Lemgo (nr). Ein großer Haufen Sand und ein rotes Baustellensofa in der Mittelstraße – ein ungewöhnlicher Anblick auf Lemgos Flaniermeile, der dazu einlud stehen zu bleiben und zu schauen. Zum bundesweiten "Tag der Städtebauförderung" gab es rund um die Baustelle in der Mittelstraße und im Lippegarten gleich eine Vielzahl verschiedenster Aktionen und jede Menge Informationen zur Baumaßnahme. Das Fest kam bei den Gästen gut an.
Den größten Spaß hatten wohl die Kleinsten, die in einem riesigen Sandberg nach "Schätzen" buddeln oder gar die große Baggerschaufel bedienen konnten. "Während für die Kinder eine Baustelle immer nur spannend ist, gehen Erwachsene Baustellen doch grundsätzlich lieber aus dem Weg", sagte Elvira Bodenstätter, die mit ihren Kindern gerade zu Besuch in Lemgo war. "Eine Baustelle mal so in ein Fest einzubinden, ist schon sehr außergewöhnlich. Man bekommt gleich einen ganz anderen Zugang zu so einer Maßnahme." Genau das liegt auch im Sinne der Organisatoren: die Identifikation der Lemgoer mit der Baustelle zu fördern. Auf und am roten Baustellensofa mit den großen Informationstafeln rundherum hatten Markus Baier, Geschäftsbereichsleiter Bauen und Stadtplanerin Berit Weber zu Gesprächen über die Baumaßnahme eingeladen. Die eigentliche Notwendigkeit, die veralteten Rohre und Versorgungsleitungen auszutauschen und für Lemgo somit auf moderne Maßstäbe zu setzen, war für die Besucher keine Frage. "Das Verständnis für die Baustelle ist groß", wusste Markus Baier zu berichten. Wirkliche Beschwerden gab es bisher nicht. Dass es hier und da Einschränkungen gibt, nehmen wirklich die meisten in Kauf – sandige Schuhe inklusive." Auch für Berit Weber ist es wichtig, dass die Lemgoer die Baustelle nicht als Störfaktor betrachten, sondern als Notwendigkeit, die eine schöne Stadt am Ende noch attraktiver werden lässt. Gerd Wehleit und Jürgen Hannemann, die schon zeitig den Weg zum roten Sofa eingeschlagen hatten, konnten das nur unterstützen. "Tatsächlich wurde es endlich Zeit, dass etwas passiert", ist Jürgen Hannemann überzeugt. "Immer wieder gab es aufgrund von Schäden im Untergrund Arbeiten in der Mittelstraße. Das war weitaus schlechter." Fernab vom Baustellentreiben gab es über den Tag verteilt Ausstellungen, Stadtführungen und Vorträge zu "Sanierung in Lemgo" und ein buntes Rahmenprogramm mit viel Musik, das am Freitag bereits mit "Vinh Khuat" und "Captain Humfield & The Beautiful Noise" begonnen hatte. Am Samstag standen "Phil Solo" und am Abend das "Ensembles Volans" auf der Bühne im Lippegarten – leider vor nur wenigen Zuschauern. Der Sonntag stand dann im Zeichen des Frühschoppens mit der Lemgoer Band "Insane". Da konnte Wolfgang Jäger, Geschäftsführer von Lemgo Marketing am Sonntag gleich eine positive Bilanz ziehen: "Es ist die Mischung aus Informationen und Unterhaltung die hier so gut angekommen ist. Ein voller Erfolg."
