Elbrinxen (afk). Die Eisheiligen und ein Kaiser haben sich beim Schützenfest in Elbrinxen über Pfingsten duelliert. Am Ende haben es der zum "Kaiser" ernannte Thomas Christophersen mit seinem Hofstaat und auch die Schützen selbst mit Humor genommen und das Beste aus den Möglichkeiten gemacht. Nicht nur wegen des Wetters hat auch dieses Schützenfest mit seinen ganz besonderen Eigenheiten seinen Platz in den Annalen des Vereins sicher.
Den traditionellen feierlichen Auftakt bildete am Ehrenmal die Kranzniederlegung im Gedenken an die Kriegstoten. Der Vorsitzende Paul Köster wies in seiner Ansprache auf die Sinnlosigkeit von Krieg und Terror hin und warnte vor falscher Ideologie: "Wehret den Anfängen – auch in Deutschland." Musikalisch umrahmt wurde diese Feier vom Posaunenchor Elbrinxen. Gemeinsam mit den scheidenden Majestäten Heinrich Mische und Jungschützenkönig Alexander Mische begab man sich dann zum Haus des Nachfolgers am Schäferberg. Immer wieder wurden die Schützen und Schaulustigen ob des einsetzenden Regens am Samstag von dort vertrieben, suchten Schutz unter benachbarten Bäumen, in Garagen und Carports. Nein, es herrschte wahrlich kein Kaiserwetter, aber die Elbrinxer machten aus der Not eine Tugend und zogen ihr Programm in den Regenpausen dann konsequent durch. Am Anfang stand der Dank an Vater und Sohn Mische, die mit ihren Begleitungen ein erfolgreiches, fröhliches Jahr der Regentschaft hinter sich gebracht hatten. Köster und die angetretenen Schützen verabschiedeten sie feierlich. Sie nahmen es gefasst, aber sicherlich auch mit etwas Wehmut zur Kenntnis, dass ihre Amtszeit nunmehr zu Ende war. Aber am 1. Mai 2015 hatte sich ja bereits ein Nachfolger am Schießstand im Rosensiek in Stellung gebracht, der das Königsamt in Elbrinxen 2005 auch schon einmal wahrgenommen hatte. Thomas Christophersen, Leiter der Schießsportgruppe, und Schütze aus Überzeugung, fand offensichtlich so viel Gefallen daran, dass er es noch einmal drauf anlegte und gewann. Und damit erlebte Elbrinxen ein Novum. Für Christophersen und seine Freunde war das kein Problem: Sie addierten König plus König gleich "Kaiser". Und als solcher wurde er dann auch am Pfingstsamstag in sein Amt eingeführt. Da mussten sich die Vereinsoberen, allen voran Oberst Reiner Lewandowsy und Spieß Heiner Janetzko, beim Hochleben der Majestäten doch das eine oder andere Mal berichtigen. "Wir haben noch nicht so oft unter einem Kaiser dienen dürfen", entschuldigte Paul Köster gelegentliche Versprecher. Doch alle nahmen es natürlich mit Humor. Zusammen mit seiner Ehefrau Marion als "Kaiserin" (sie war selbst 2009 erste Schützenkönigin in Elbrinxen mit ihrem Mann als Prinzregent an der Seite) und dem Hofstaat mit Stefanie und Carsten Sulimma, Pamela und Thomas Zange, Annegret und Werner Weidner, Christina von der Heide und Stefan Nielen, Sandra Wittek und Colin Hancy sowie Anita Martinschledde und Martin Sigges und Jungschützenkönig Thorger Brunsmeier mit Jungschützenkönigin Valerie Tintel übernahm Christophersen die Regentschaft. "Seine" Schießgruppe stand dabei in diesem Jahr im Mittelpunkt des dreitägigen Geschehens. Sonst am Schießstand häufig im Hintergrund arbeitend, wurden sie dieses Mal kräftig gefeiert. Diejenigen, die nicht im Hofstaat "dienten", hatten beim Getränkeausschank kräftig zu tun. Die gesamte Schießgruppe dankte auf diese Weise ihrem Vorsitzenden Thomas Christophersen für seine unermüdliche Arbeit. Der Sonntag erlebte im wahrsten Sine des Wortes den ausfallendsten Umzug in der Vereinsgeschichte (wir berichteten). Pünktlich zum Antreten öffnete der Himmel die Schleusen und sorgte für eine vor allem für die Regenten enttäuschende Absage. Mit den Einsatzfahrzeugen von Feuerwehr und Polizei ging’s zum Festplatz. In einer Regenpause formierte sich hinter dem Spielmannszug ein Mini-Umzug bestehend aus den Majestäten mit Hofstaat, Vorstand und ein paar Schützen, um auf kürzestem Weg das Festzelt zu erreichen, wo man von den Gästen mit viel Beifall empfangen wurde. Bevor die Schützen am Pfingstmontag zum beliebten Katerfrühstück aufs Zelt marschierten hatten sie noch eine angenehme Aufgabe zu erfüllen. Am Haus des sichtlich gerührten "Kaisers" wurde die "Kaiserscheibe" enthüllt. Sein Hofstaat kleidete die Majestät standesgemäß in einen roten Kaisermantel, setzte ihm eine Krone auf und überreichte ihm einen Kaiser-Regierungsstab, während die Männer des Hofstaates sich Kaiserbärte anklebten und so beim Einmarsch ins Zelt große Begeisterung bei den Gästen auslösten. Abordnungen zahlreicher Schützenvereine, Vertreter aus Wirtschaft und Politik (darunter Bürgermeister Heinz Reker) und viele Besucher füllten das Festzelt, in dem Spieß Heiner Janetzko zur großen Freude aller Feiernden mit flotten Sprüchen garniert viele Bier- und Sachspenden verkünden konnte. Und so nahm dieses sicherlich außergewöhnliche Schützenfest doch noch seinen gewohnten Verlauf.
