Oerlinghausen (kd). Über Pfingsten war der Flugplatz in Oerlinghausen einmal mehr ein beliebtes Ausflugsziel. Auch wenn nicht alle Attraktionen stattfinden konnten, wollten sich Tausende das jedes Jahr vom Luftsportzentrum Oerlinghausen veranstaltete Fest nicht entgehen lassen. Linus war vollkommen begeistert. Der Dreijährige aus Schildesche erlebte eine doppelte Premiere. Er besuchte gemeinsam mit seinem Vater nicht nur zum ersten Mal das Flugplatzfest, er durfte sogar einen Rundflug machen. Dafür bot sich die legendäre Antonow geradezu an. Regelmäßig ist ein Exemplar des historischen Flugzeugs aus sowjetischer Produktion in Oerlinghausen zu Gast. Der größte einmotorige Doppeldecker der Welt wurde für vielfältige Zwecke eingesetzt und kann auf sehr kurzen Strecken starten und landen. "In der Luft war Linus sehr aufgeregt und wäre am liebsten nur rungerannt, um alles sehen zu können", berichtete sein Vater nach der Landung. Mehr als 300 Besucher haben die Möglichkeit genutzt, die Welt von oben zu erleben. Neben der Antonow standen dafür auch zwei Motorflugzeuge und drei Segelflugzeuge bereit. Rund 30 freiwillige Helfer des Segelflugvereins Oerlinghausen sorgten für einen reibungslosen Ablauf und wiesen die Gäste ein. Zu ihnen gehörten auch Kerstin Fischer und Martin Schulz. "Ich bin schon öfter hier gewesen, aber noch nie mitgeflogen", sagte der Bielefelder. "Klar, nach Mallorca kommt man auch mit dem Flugzeug, aber in einer kleinen Maschine zu sitzen, ist doch etwas anderes." Da die Cessna gerade unterwegs war, bestiegen die Beiden eine TB 21, einen Tiefdecker. Angesichts des guten Wetters freuten sie sich vor allem über die guten Sichtmöglichkeiten. Ein einziger Gast war bereit, 160 Euro für einen Kunstflug mit einem Oldtimer zu bezahlen. Dafür wurde ihm auch einiges geboten. In einer Yak, einem russischen Motorflugzeug, erlebte er "das volle Programm" mit Loopings und steilen Bewegungen und zeigte sich sichtlich erfreut. Auf dem Flugplatz sind zwölf Vereine aktiv. Sie informierten über den Flugsport und die Ausbildung für die Pilotenlizenz für Segel-, Motor- und Ultraleichtflugzeuge. In einem Simulator wurde ein Gefühl für die Technik an Bord vermittelt. Zwei originale Segelflugzeuge des Typs K 6 standen "zum Anfassen" bereit und um darin für eine kurze Zeit Platz zu nehmen. Die Modellbauer beteiligten sich ebenfalls und präsentierten ihre maßstabsgerechten Miniaturen. Am Montag bildeten dann noch Automobil-Oldtimer einen zusätzlichen Blickfang. Die 76 Fahrzeuge gehörten zu einer organisierten Ausfahrt getroffen, die den Flugplatz als Zwischenziel ansteuerten. Leider musste das für den Sonntagabend geplante "Nightglowing" der Heißluftballone abgesagt werden. Wegen des schlechten Wetters sind die Ballonfahrer gar nicht erst angereist. Dennoch zeigten sich die Besucher und die Veranstalter sehr zufrieden mit dem Ablauf der Großveranstaltung.
-
Oerlinghausen von oben erleben
Faszination des Fliegens zog viele Besucher zum Fest des Luftsportzentrums
Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum
