Detmold (la). Einmal mehr beweist das Detmolder Kammerorchester (DKO) mit seinem Konzert am Dienstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, im Konzerthaus der Musikhochschule seine Vielfalt in der Programmauswahl. Gemeinsam mit dem Bandoneon-Virtuosen Marcelo Nisinman begibt sich der junge Klangkörper unter Leitung seines Künstlerischen Leiters Alfredo Perl in die kunstvolle Welt des Tango. Neben den "Vier Jahreszeiten" und "Oblivion" des Altmeisters des Tango Nuevo, Astor Piazzolla, stehen auch Kompositionen für Tango-Quintett von Marcelo Nisinman auf dem Programm. Gerahmt werden diese von Béla Bartóks "Divertimento für Streicher" und den "Fünf griechischen Tänzen" von Nikos Skalkottas. Alle vier Komponisten sind Wanderer zwischen den Welten der Klassik und der Musik ihres Heimatlandes. Astor Piazzolla schuf durch Verschmelzung dieser Einflüsse in den 1950er Jahren den Tango Nuevo, eine Gegenbewegung zum traditionellen Tango Argentino. Durch Anleihen aus der Neuen Musik wie die eines Béla Bartók erweiterte Piazzolla die Musiksprache des Tango, der sich damit zum kunstvollen Konzertstück entwickelte. "Oblivion" (Vergessen) ist das klassische Beispiel eines langsamen Tangos, über dessen Streicherklangteppich sich das Bandoneon erhebt, jener argentinischen Form von Akkordeon, das Piazzolla selbst bravourös zu spielen wusste. So sind auch seine "Vier Jahreszeiten aus Buenos Aires", inspiriert von den berühmten "Vier Jahreszeiten" Antonio Vivaldis, dem Bandoneon gewidmet, nicht der Solovioline. Beide Tango-Werke erklingen in der Bearbeitung von Marcelo Nisinman für Bandoneon, Streichorchester und Klavier. Nisinman ist ein international geschätzter Bandoneonist, zugleich aber auch gefragter Komponist. Seine Musiksprache ist wie die Piazzollas vielschichtig und bricht auf eine eigene Art mit den traditionellen Regeln der "Musica Porteña” seiner Heimatstadt Buenos Aires. So bestimmt er mit seinen Werken die nächste Generation des Tango Nuevo. Der ungarische Komponist Béla Bartók und der Grieche Nikos Skalkottas setzen in ihren an diesem Konzertabend erklingenden Werken auch auf die Verbindung zwischen Klassik und Folklore. Bartóks "Divertimento" ist zweifellos ein Meisterwerk, das durch Finesse der Konstruktion besticht und mit seinem unprätentiösen Stil den Hörer in seinen Bann zieht. Einerseits vergnügt es mit enormer Vitalität und volkstümlichen Motiven; andererseits entführt es durch das Wechselspiel zwischen solistisch besetzten Streichinstrumenten und dem vollen Streichorchester in die archaische Struktur des Concerto grosso-Prinzips aus dem Barock. Skalkottas "Tänze" erinnern wiederum unverkennbar an Bartók. Noch immer wird dem mit 40 Jahren 1949 früh verstorbenen Komponisten nicht die gebührende Anerkennung zuteil. Für das Detmolder Kammerorchester Anlass genug, den Erneuerer der griechischen Kunstmusik in das Konzertprogramm zu integrieren. Karten zu 24/20/12 Euro (ermäßigt 12/10/6 Euro) sind zu beziehen über die Tourist-Information am Markt in Detmold, online unter "www.detmolder-kammerorchester.de" oder an der Abendkasse. Eine Konzerteinführung wird um 18.30 Uhr im Gartensaal im Palais der Hochschule für Musik Detmold (Neustadt 22) angeboten.
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Die Kunstform des Tango Nuevo
Bandoneon-Virtuose Marcelo Nisinman zu Gast beim DKO
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