Harzberg/Glashütte (afk). Der 110 Mitglieder zählende Schützenverein Harzberg-Glashütte gehört nun nicht zu den größten Schützenvereinen im Lande. Dennoch verfügt er über ein reges Vereinsleben und gönnt sich dann auch alle zwei Jahre ein Schützenfest. Das war jetzt auch wieder der Fall und wie das bei Vereinen dieser Größenordnung ist, verfügt er nicht unbedingt über die längste Liste von Anwärtern auf die Königswürde. So nahm es denn auch nicht wunder, dass mit Klaus Timm nicht nur der Vorsitzende beim letzten Königsschießen im September die Nase vorn hatte. Er reagierte damit auf eindringliche Mahnungen und Appelle von Oberst Hartmut Rissiek, der das Szenario eines ausfallenden Schützenfestes den Schützen deutlich machte.
Timm hatte später versichert, diese Würde nicht aus Pflichtgefühl oder als Notnagel, sondern aus Freude übernommen zu haben. Und er kennt er diese Aufgabe auch schon, denn bereits 1999 und 2006 durfte er dieses Amt auf Zeit wahrnehmen. Während andere Schützenvereine, wie auch der mit Harzberg-Glashüttern eng befreundete aus Elbrinxen, "Wiederholungsmajestäten" wie in diesem Jahr Thomas Christophersen mal eben zum "Kaiser" ernennen, belassen sie es trotz der Wiederholung immer noch beim "König". Dieser trug nun lange ein Geheimnis mit sich herum, das jetzt bei der offiziellen Eröffnung des Schützenfestes am Schießstand gelüftet werden sollte. Es ging um die Königin, deren Name bis zuletzt nur in kleinstem Kreis bekannt war. Bei seinen zwei früheren Amtszeiten hatte sich Klaus Timm stets für die Ehefrau seines Schriftführers im Verein, Matthias Tölle, entschieden. Vermutet hatten es die Insider auch diesmal. Und sie behielten recht: Begleitet vom Vorstand und zu zünftigen Marschklängen betrat das Regentenpaar Klaus Timm und Angelika Tölle fröhlich winkend erneut das Festzelt und wurde mit Jubel und viel Beifall empfangen. Matthias Tölle kommentierte die wiederholte Königin-Wahl schmunzelnd: "Offensichtlich hat sie bei ihren früheren Auftritten einen guten Eindruck hinterlassen." Oberst Hartmut Rissiek übernahm dann die Aufgabe der offiziellen Proklamation, bevor das Schützenvolk und die Gäste, darunter eine Abordnung mit dem Königspaar des Schützenvereins Siekholz, dem neuen Königspaar persönlich gratulierten und eine erfolgreiche Amtszeit wünschten. Danach war Feiern angesagt und zur Musik von DJ Martin Postat wurde ordentlich das Tanzbein geschwungen. Der Schützenverein aus den beiden Ortsteilen der Städte Lügde und Schieder-Schwalenberg zeigte sich dann am Sonntag mit seinem Königspaar der Bevölkerung in Glashütte und Harzberg bei einem Rundmarsch, bei dem der Spielmannszug Rischenau für den Marschrhythmus und flotte Melodien sorgte. Optischer Höhepunkt war schließlich der Parademarsch auf der Dorfstraße in Harzberg, als die Schützen, verstärkt durch eine Abordnung vom Schützenverein Elbrinxen, an den Majestäten vorbeiparadierten. Den Abschluss bildete wie immer ein zünftiges Katerfrühstück, zu dem sich mit Heinz Reker und Jörg Bierwirth nicht nur die beiden Bürgermeister sondern auch Abordnungen der Schützenvereine aus Lügde, Siekholz und Eschenbruch einfanden. Am Nachmittag sorgte der Fanfarenzug "Blau-Rot" Falkenhagen mit einem Konzert für musikalische Unterhaltung.
