Lemgo (nr). Abitur mit Schwerpunkt Freizeitsport – das "Berufliche Gymnasium für Gesundheit und Soziales" am Lüttfeld Berufskolleg macht das jetzt für junge Menschen in Kooperation mit dem Kreissportbund (KSB) möglich. Der Grundgedanke ist denkbar einfach: den Schülern sollen bessere Bewerbungschancen und ein einfacherer Berufseinstieg mitgegeben werden und die Sportvereine und -organisationen im Kreis Lippe sollen qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung gestellt bekommen.
"Die Kooperation zwischen Bildungsträger und Kreissportbund ist in Lippe erstmalig", so der Präsident des Kreissportbundes, Wilfried Starke. "Eine Win-win-Situation." Für 28 Schüler, die nach den Sommerferien erstmalig in den neuen, dreijährigen Bildungsgang starten, bedeutet das, neben dem Abitur zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen zu durchlaufen. "Geplant sind auch ein Surf- und ein Skikurs", erklärt Bildungsgangleiterin Synke Rothe. "Zudem müssen die Schüler zwei Praktika durchlaufen, die die Schüler zum Beispiel auf Freizeiten des Kreissportbundes als Betreuer absolvieren werden." Hier ist laut des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreissportbundes Benjamin Kramer der größte Synergieeffekt zu erwarten: "Dem demografischen Wandel geschuldet, suchen die Sportvereine händeringend qualifizierte Nachwuchskräfte. Die Kooperation wird so in naher Zukunft eben diese qualifizierten Mitarbeiter zur Verfügung stellen können." Ob die Schüler nach bestandener Hochschulreife mit Freizeitsportleiter C-Schein im Bereich des Sports ihre berufliche Laufbahn einschlagen oder nicht, sei da eher nebensächlich, wie Annika Rabe vom Kreissportbund erklärte. Der Bereich Gesundheit und Sport umfasse viele verschiedene Bereiche, in denen sich zukünftige Absolventen des neuen Bildungsganges auch ehrenamtlich engagieren könnten. "Die Schüler, die den neuen Bildungsgang für sich entdeckt haben, bringen aber mit Sicherheit eine große Affinität zum Sport mit", weiß Synke Rothe. "Die Kooperation wird somit eine Vermittlungsrolle zwischen der Integration junger Menschen und beruflichem oder sozialem Engagement im Bereich Sport und Gesundheit einnehmen." In einem Jahr wollen sich das Lüttfeld und der Kreissportbund erneut zusammensetzen. "Dann wird nachjustiert, was noch nicht ganz ausgereift ist", so der stellvertretende Schulleiter Michael Tönnesmann. So könne die Kooperation wachsen."
