MÜNCHEHAGEN (jan). 30 Gemeindestraßen in Rehburg-Loccum haben im Straßenkataster der Stadt das Prädikat "schlechter Zustand" bekommen. In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Münchehagen hat Bürgermeister Martin Franke erläutert, welche Bedeutung diese Einstufung für die Straßensanierung hat.
Vollausbauten von Gemeindestraßen sind oft mit Ärger verbunden, wenn es darum geht, dass die Anlieger mit Beiträgen zu den Kosten herangezogen werden. Solche Diskussionen hat es in den vergangenen Jahren auch in Rehburg-Loccum gegeben. Als Reaktion darauf hat der Rat der Stadt mehrere Dinge beschlossen. Eines davon ist die Aufstockung der jährlichen Investitionen in die Sanierung von Gemeindestraßen für die kommenden fünf Jahre auf jährlich 200.000 Euro. Mit diesem Geld soll in etliche Straßen eine so genannte Tragdeckschicht eingebracht werden, die eine hochwertige Sanierung darstellt und in vielen Fällen einen drohenden Vollausbau verhindern kann. Um herauszufinden, welche Straßen tatsächlich sanierungsbedürftig sind, hat die Stadt zudem einen Auftrag zur Aufstellung eines Straßenkatasters vergeben. Rund 30 Straßen im Stadtgebiet haben nun in dem Straßenkataster die Bewertung "starke Schäden" bekommen. In dieser Kategorie sei noch einmal unterteilt worden, erläuterte Franke. Manche Schäden ließen sich mit Versiegelungen reparieren, andere nur noch mit einer Tragdeckschicht. Zu bedenken gab Franke, dass in dem Kataster nicht eventuelle Schäden an den Kanälen berücksichtigt worden seien. Müssten Regen- oder Schmutzwasser-Kanäle saniert werden, so könne es vereinzelt passieren, dass ein Vollausbau doch noch notwendig werde. Die umfangreichen Ausführungen Frankes zu allen Eventualitäten waren in erster Linie dem geschuldet, dass bereits seit Jahren insbesondere die Anwohner der Blumenstraße immer wieder einen Dialog mit der Stadt suchen im Hinblick darauf, dass ihre Straße von solch einem Vollausbau betroffen sein könnte und sie mit für manche sehr hohen Beiträgen herangezogen werden könnten. Eigentlich, führte Franke weiter aus, sei geplant gewesen, mit den Tragdeckschicht-Verfahren sukzessive bereits in diesem Jahr zu beginnen. Allerdings sei die Stadt nun vor wenigen Wochen in ein neues Dorferneuerungsprogramm des Landes aufgenommen worden. Das wiederum bedeute, dass etliche Straßenbaumaßnahmen gute Aussichten hätten, mit erheblichen Beträgen aus diesem Programm unterstützt zu werden. Die Baumaßnahmen dürften dann jedoch erst nach der Genehmigung der jeweiligen Maßnahmen begonnen werden. "Nun wollen wir ein Jahr warten, um zu sehen, ob wir in manchen Straßen 50 Prozent Co-Finanzierung bekommen können", sagte Franke. Die geplanten Baumaßnahmen sind also zumindest für diesen Zeitraum noch einmal ausgesetzt worden. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister sogleich auch die Zuhörer darauf, dass Dorferneuerung stets auch private Maßnahmen umfasse. Wer also auf seinem Grundstück Investitionen plane, solle möglichst noch ein wenig damit warten – in der Hoffnung, dazu in den kommenden Jahren Geld aus dem Landesprogramm zu bekommen.