1. Europapolitiker Brok besucht 
Augustdorfer Soldatengemeinde

    Standortgottesdienst beschäftigt sich mit Thema "Europa"

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    Augustdorf . Seit Wochen diskutieren die Augustdorfer Soldaten angeregt über "Europa". Anlass gibt es genug: die Schlagworte Flüchtlinge, Ukraine, Griechenland oder Böhmermann benennen die Themen. "Da war es naheliegend, einen beschlagenen Europapolitiker als Gast in unseren Standortgottesdienst einzuladen", erklärt Militärpfarrer Martin Benker. Zu früher Stunde stand Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, den Soldaten in der evangelischen Militärkirche in Augustdorf Rede und Antwort. Durch Impulse von Martin Benker gab der 69-jährige Brok zunächst Einblick in seine Biographie, seinen Weg in die Politik, sein Verhältnis zu Helmut Kohl, Viktor Orban und der Kanzlerin. Nach Variationen auf die "Europahymne" von Charpentier, eindrucksvoll gespielt von Fabian Krämer auf der Orgel, ging Brok in einem Kurzvortrag auf die Frage "Wohin steuert Europa?" ein und ermöglichte der Standortgemeinde einen Blick hinter die Kulissen der Politik: "Die Aufgabe eines Politikers ist es, den Kompromiss zu finden. Dabei ist die Kanzlerin mutiger als mancher Mann." Er zeigte sich dankbar für die lange Zeit, in der die Völker Europas nun schon im Frieden miteinander lebten und bezeichnete es als sein persönliches Glück, zu dieser Zeit leben zu dürfen. Sein Ziel sei es, dass auch seine Enkel dieses Glück erleben können. In Broks Augen ist Europa jede Anstrengung wert: "Europa ist nicht die Auflösung der Nationalstaaten, sondern wir brauchen Europa, um weiter den Frieden zu erhalten." Die Standortgemeinde nutzte die Gelegenheit, Fragen an den Politiker zu stellen und setzte das angeregte Gespräch auch beim Kirchkaffee fort, das mit viel Liebe von Stabsunteroffizier Yessica Held vorbereitet war und eine Bandbreite an unterschiedlichen europäischen Speisen bot. Dabei ging es ausgehend von Böhmermanns "Gedicht"über den türkischen Staatspräsidenten um die medienethische Frage, ob Satire per se alles darf oder ob ihr abgesehen von der Grenze des guten Geschmacks noch andere Grenzen gesetzt sind. Diese Fragestellung wurde auch noch angeregt diskutiert, nachdem sich Elmar Brok längst zum nächsten Termin verabschieden hatte.

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