Detmold (ck). Zwei Jahre ist es her, dass das Kaufhaus Allerhand geschlossen wurde. Jetzt soll es im Herbst wieder ein Sozialkaufhaus mit Einzelläden für Kleidung, Elektrogeräte und Möbel an einem anderen Standort zunächst in Detmold geben. Der Kreis Lippe hat schon eine Immobilie in der Klingenbergstraße ins Auge gefasst, dazu müssen allerdings noch Gespräche mit der Stadt Detmold geführt werden. Das Projekt "Sozialkaufhaus" wird mit dem Kooperationspartnern Awo Lippe, der AGA, der Euwatec und der Netzwerk Lippe sowie dem Verein "Arbeit-Wohnen-Bildung e.V. (AWB) an den Start gebracht.
Die Kooperationspartner und der Landrat Dr. Axel Lehmann stellten das Projekt in der vergangenen Woche vor. "Es war immer mein Wunsch, dass das Sozialkaufhaus eine zweite Chance bekommt. Es bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht ohne weiteres integriert werden können und andererseits auch eine günstige Einkaufsmöglichkeit für einkommensschwache Bürger. Die Eröffnung ist das Ergebnis von intensiven Gesprächen und ich freue mich, dass wir es mit so erfahrenen und versierten Partnern an unserer Seite realisieren werden", so Axel Lehmann. Auch Ehrenamtliche können sich in das Projekt einbringen, erklärt Lehmann weiter. Die beteiligten Träger sehen sich in einem lockeren Verbund. Detlev Stall, Geschäftsführer der AWO freut sich über den Startschuss. "Viele haben einen Beitrag geleistet." Er freut sich über die einvernehmliche und sorgfältig abgestimmte Lösung aller Partner. "Ich bin mir sicher, dass sie zu einer Verbesserung der Situation von bedürftigen Menschen im Kreis Lippe beitragen wird." Weitere Standorte sind angedacht. Eine zeitlich befristete Bezuschussung erfolgt über den Kreis Lippe. Detlev Stall befürwortet eine Ausweitung auf den Kreis Lippe, gerade im ländlichen Raum hätten Bedürftige dann die Einkaufsmöglichkeit direkt im Ort. Jens Fillies von der AGA erzählt, dass die AGA 10.000 Tonnen Sperrmüll verarbeiten muss. "Wir sehen uns als Entrümpler und als Logistiker. Da erwartet uns ein spannendes Thema." Hermann Hibbeler Aufsichtsratsvorsitzender der euwatec blickt auf zwei Jahrzehnte Erfahrung in diesem Bereich zurück. "Hier bei uns in Herberhausen, wird es eine zentrale Aufarbeitung der Möbel geben. Wir werden eine gewisse Spezialisierung gründen, um die Möbelstücke beurteilen zu können." Lehmann ergänzt. "Geplant ist auch, dass die Möbel ins Netz gestellt und auch im Shop über Bildschirm ausgesucht werden können." Thomas Jeckel vom Netzwerk Lippe berichtet, dass das Kaufhaus Allerhand zwischen 80 bis 100 Beschäftigte unter Vertrag hatte. "In diesem Stil wird das nicht mehr möglich sein. Wir begleiten das Projekt gern. Wir wissen wo die Chancen und die Risiken sind, die in solch einem Projekt stecken. Politisches Einvernehmen ist bei so einem Projekt sehr wichtig." Karl-Eitel John, Fachbereichsleiter Jugend, Familie, Soziales und Gesundheit spricht von einer sozialpolitischen Komponente. "Arbeit wird geschaffen für Menschen, die sonst keine finden und das ist sehr wichtig, auch mit Blick auf die Arbeitssituation der Flüchtlinge. Eine Frage steht noch im Raum: Wie schafft man es nach einer Anschubfinanzierung zu einer eigenständigen Finanzierung? Gefragt ist ein effizientes System. vv
