Lemgo(pro). Unter dem Leitvers "Auf dass sie alle eins seien" (Johannes 17, 21) haben die verschiedenen Zweige der Landeskirche am Sonntag, 8. Mai, in der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Nicolai in Lemgo ihren jährlichen Gemeinschaftsgottesdienst zelebriert. Mehrere hundert Gäste, darunter vor allem Gemeindemitglieder, hörten im gut gefüllten Kirchenschiff eine Predigt des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten das Vokalensemble St. Nicolai unter Leitung von Friedemann Engelbert sowie der Bläserkreis des Posaunendienstes in der Lippischen Landeskirche mit Landesposaunenwart Christian Kornmaul. Diverse Liturgen, darunter die Superintendenten Dietmar Arends und Andreas Lange sowie Vertreter der Koptisch-, Syrisch- und Griechisch-Orthodoxen Glaubensrichtungen brachten sich mit weiteren Beiträgen in den Vespergottesdienst ein. Die Novelle "Angst" des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig, von Erzbischof Hans-Josef Becker einleitend umrissen, behandelte die Entfremdung einer Ehefrau von ihrem Mann, an deren Ende die Erkenntnis steht, einander stets nur oberflächlich bekannt gewesen zu sein. Dabei "sei zu bedenken, welche Bedeutung ebenfalls dem nicht gesprochenen Wort zukommt", wie Becker seine Wahl des Textes erklärte. "Wer einander nicht kennt, versteht sich nicht in der Tiefe, sondern bleibt immer nur an der obersten, gesellschaftlichen Schicht des Gegenübers."Übertragen auf den Glauben Gottes, die Spaltung der Christenheit gelte es, dem Wort Gottes in der Ökumene seine ganze Kraft zurückzugeben. Tatsächlich folgten viele Anwesende der am Ende des Gottesdienstes ausgesprochenen Einladung in das Gemeindehaus St. Nicolais und pflegten dort gemeinsam mit den Protagonisten der vergangenen Stunde rund um den reichhaltigen Imbiss einen regen Austausch.
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In der Ökumene gemeinsam leben
Vesper bringt Glaubensgeschwister zusammen
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