1. Ergreifende Feier für den Oberst

    Zapfenstreich zu Ehren von Heiko Rüter vom Schützenverein Nienhagen

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    Leopoldshöhe (kd). Premiere auf dem Marktplatz in Leopoldshöhe: Erstmals wurde dort der Große Zapfenstreich zelebriert, eine besondere Ehre zum Abschied von Heiko Rüter in seiner Funktion als Oberst des Schützenvereins Nienhagen. Es wurde eine emotional sehr bewegende Feierstunde.

    Die Zeremonie des Großen Zapfenstreichs wird jeweils am Abend abgehalten und geht auf eine militärische Tradition des 16. Jahrhunderts zurück. Wenn die Landsknechte vom Zechen heimkehren sollten, schlug ein Offizier im Wirtshaus mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Pfeifer und Trommler verkündeten: Der Ausschank ist beendet, die Soldaten mussten in ihr Lager zurück. Musikalisch wird dieser "Zapfenstreich" heute zur Verabschiedung hochrangiger Persönlichkeiten durchgeführt. Auch im zivilen Bereich wird diese Tradition gepflegt. Kürzlich ist Heiko Rüter nach fast 20 Jahren als Oberst und damit als Chef der Kompanie zurückgetreten. Es war sein Wunsch, mit dem Großen Zapfenstreich aus dem Amt verabschiedet zu werden. Rüdiger Fuhrmann, Vorsitzender des Schützenvereins und amtierender König, sah darin eine gute Gelegenheit, seine Verdienste zu würdigen. Mehr noch: Bei der offiziellen Verabschiedung ernannte er Rüter zum Ehrenoberst. Auch überregional schätzt man die Leistungen Rüters. Im Auftrag des Westfälischen Schützenbundes überreichte ihm Frank Becker, Vorsitzender des Schützenkreises Bielefeld, ein Ehrenzeichen in Silber. "Er hat den Verein maßgeblich mitgestaltet und zum positiven Bild des Schützenwesens beigetragen", lobte Becker. Heiko Rüter ist vor 43 Jahren in den Schützenverein eingetreten. Von 1994 bis 1996 war er Schützenkönig. Mit Beginn der Thronzeit hat er aktiv im Vorstand gearbeitet. 1997 wurde er zum Obersten gewählt. Beim Bau des neuen Vereinsheims gehörte zu den drei Förderern, die nicht nur ihre Arbeitskraft zur Verfügung, sondern dem Verein auch finanziell halfen. Vor rund 200 Zuschauern und Abordnungen befreundeter Schützenvereine aus Schötmar, Oerlinghausen, Dornberg und Heepen begann dann in der Abenddämmerung die Feierstunde. Mit brennenden Fackeln zogen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auf den Marktplatz ein. Ihnen folgten die Musiker des Schützen-Tambour-Corps aus Hövelriege und der Teutoburger Jäger. Der Ablauf des Großen Zapfenstreichs ist genau vorgeschrieben. Nachdem der neue Schützenoberst Gerd Baumann das Kommando "Serenade" gegeben hatte, trugen die Spielmannszüge im Wechsel jene getragenen Musikstücke vor, die an die Trommelsignale und Flötenrufe früherer Zeiten erinnerten. Es folgten ein musikalisches Gebet und das Deutschlandlied. Im Anschluss nahm Heiko Rüter zahlreiche Glückwünsche der befreundeten Schützenvereine entgegen. Am meisten werde ihnen bei künftigen Veranstaltungen seine durchdringende, markante Stimme fehlen, meinten sie. Rüter selbst zeigte sich von der Zeremonie sehr bewegt. "Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben", meinte er. "Meine Beine sind immer noch weich."

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