Bad Salzuflen (go). Die Situation in der Schülerstraße in Schötmar bildete einen wesentlichen Teil der Tagesordnung des Hauptausschusses. Die SPD-Fraktion hatte die Verwaltung um einen Sachstandsbericht gebeten, da diverse Anwohner mit Beschwerden über unhaltbare Zustände in der Schülerstraße an die SPD herangetreten seien. Im Hauptausschuss kamen im Rahmen einer Sitzungsunterbrechung drei Anwohner zu Wort. Holger Heuermann sagte, es komme vor, dass Autofahrer mit über 80 km/h den kleinen Montessoriweg hoch fahren. Geparkt würde kreuz und quer, ohne Rücksicht darauf dass Kinder dort hergehen müssen, die auf dem Weg zum Grundschule am Kirchplatz sind oder zum Montessori-Kinderhaus. Den Müttern mit Kinderwagen, die mit ihren Kindern unterwegs zur Kita seien, machten die Männergruppen in der Schülerstraße auf dem Gehweg keinen Platz. Diese Männergruppen tränken oft draußen bis in den frühen Morgen Alkohol, hielten sich auch des öfteren auf dem Schulhof auf, wo sie Müll und Scherben hinterließen. Spräche man die Männer an, würde sie einen anpöbeln und Schläge androhen. Zwei bis drei Mal pro Nacht schrecke er hoch pro Nacht, sagte Karl-Heinz Kaufmann. Entweder, weil gegen seine Jalousien gehämmert würde oder weil über Gebühr laut in Handys gesprochen werde. "Wir haben es in der Schülerstraße mit einer neuen Qualität im negativen Sinn zu tun. Die Straße darf nicht abkippen", appellierte Jürgen Beckmann.
Laut Verwaltungsbericht gab es im Jahr 2015 allerdings keine Anzeigen wegen ruhestörenden Lärms. Erst Recht seien keine Straftatbestände aus der Schülerstraße bekannt. Auch konkrete Gefährdungen, die ein Einschreiten nach Ordnungs- und Gewerberecht erst rechtfertigen, hätten nicht nachweisbar vorgelegen. Auch bei dem im "Haus Dörnen" in der Schülerstraße 12 beheimateten Kulturverein (Türkisch-Balkanisch-Deutscher Kulturverein) sei bei gewerberechtlichen Kontrollen alles einwandfrei gewesen. Ein subjektives Unsicherheitsgefühl der Passanten und Anwohner wird allerdings auch in dem Verwaltungsbericht erwähnt. Die Mitglieder des Hauptausschusses waren sich aufgrund der Anwohnerberichte einig, dass in der Schülerstraße etwas passieren muss. Erste Lösungsansätze wurden schon geäußert: ein Quartiersmanagement (Grüne), nächtliche Polizeikontrollen und die Einschaltung des Integrationsbeauftragten (CDU), eventuell eine Videokamera für den Schulhof (SPD) oder generell eine Quartiersaufwertung (Piraten) wurden genannt. Nun soll wegen der räumlichen Nähe im Ortsausschuss Schötmar weiter über Maßnahmen beraten werden. Einen neuerlichen Lagebericht wird die Verwaltung dem Hauptausschuss in der Septembersitzung geben.