Bad Salzuflen (la). Klassik zu Pfingsten, das alljährliche philharmonische Wochenende, ist längst eine feste Größe im Konzertleben der Region und darüber hinaus geworden. Das eigene Festival der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) in der Konzerthalle im Kurpark von Bad Salzuflen stellt ein weithin beachtetes künstlerisches Ereignis dar und stärkt den Ruf von Ostwestfalen-Lippe als kulturfreundliche und musikalisch ambitionierte Region in ganz besonderer Weise. "Russische Nächte" ist diesmal das Motto, unter dem von Freitag bis Montag, 13. bis 16. Mai, zwei Orchester- und zwei Kammerkonzerte sowie eine Orchesterprobe geboten werden. Höhepunkte des russischen Konzert- und Orchesterrepertoires werden bei diesen ersten "Russischen Nächten" geboten. Renommierte Künstler wie die Pianistin Anna Fedorova oder die in Belgien lebende Geigerin Saténik Khourdoian garantieren unter der Gesamtleitung von Frank Beermann wieder musikalische Spitzenqualität. Und in den Kammerkonzerten verspricht die Begegnung mit dem preisgekrönten Asasello-Quartett aus Köln sowie die Matinée mit dem Cellisten Benedict Kloeckner musikalischen Hochgenuss. Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens steht natürlich die NWD, die sich als vielseitiges und engagiertes Orchester ihrem treuen Publikum der Region präsentiert. Geleitet werden die Orchesterkonzerte in diesem Jahr wieder von Frank Beermann. Die Reihe "Russische Nächte" kann auch im Abonnement gebucht werden. Karten im Vorverkauf sind erhältlich an der Theaterkasse im Kurgastzentrum an der Parkstraße 20, Telefon 05222/952909, bei der Bürgerberatung im Rathaus an der Rudolph-Brandes-Allee 19, Telefon 05222/952444, und bei der Geschäftsstelle der Nordwestdeutschen Philharmonie an der Stiftbergstraße 2 in Herford, Telefon 05221/98380. Von Mozart bis zu Tschaikowsky Das Streichquartett in B-Dur (KV 159), mit dem am Freitag, 13. Mai, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle die Reihe eröffnet wird, soll Mozart aus Langeweile auf einer Fahrt nach Mailand geschrieben haben. Es folgt das dritte Streichquartett in F-Dur (opus 73) von Dmitri Schostakowitsch als ein komplexes, geradezu ausuferndes Werk, das den zyklischen Gedanken der Sinfonie konsequent weiterentwickelt. Schließlich werden Schmerz, Trauer und Wehmut im dritten Streichquartett in es-Moll (opus 30) von Peter I. Tschaikowsky ausgedrückt, denn Anlass der Erstehung war der Tod eines Freundes. Das Kammerkonzert wird gestaltet vom Asasello-Quartett. Mit "Der Feuervogel"-Suite von 1919 wird das erste Orchesterkonzert der "Klassik zu Pfingsten" am Samstag, 14. Mai, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle im Kurpark eröffnet. Es handelt sich um das wohl erfolgreichste Werk von Igor Strawinsky, das als richtungsweisendes Werk zu Beginn des 19. Jahrhunderts gilt und in der Urfassung als Ballett bereits 1910 uraufgeführt wurde. Es folgt das Violinkonzert D-Dur (opus 35) von Peter I. Tschaikowsky. Es ist das einzige Violinkonzert des russischen Komponisten und zählt zu den bekanntesten und meistgespielten Violinkonzerten überhaupt. Schließlich wird die neunte Sinfonie in Es-Dur (opus 70) von Dmitri Schostakowitsch gespielt. Persönlichkeit, perfekte Technik und musikalische Sensibilität wird Saténik Khourdoian bescheinigt, die sich unter der Leitung von Frank Beermann als Solistin bei diesem Konzert präsentieren wird. Die 1983 in einer armenischen Familie in Marseille geborene Geigerin studierte im Konservatorium ihrer Heimatstadt und wurde schon als 13-Jährige bei Wettbewerben ausgezeichnet. Von Schostakowitsch bis zu Rachmaninow Mit seiner frühen Sonate in d-Moll (opus 40), mit dem das zweite Kammerkonzert am Sonntag, 15. Mai, um 11 Uhr in der Konzerthalle eingeleitet wird, hat Dmitri Schostakowitsch dem "cantabilen Ausdrucksgehalt” eines der schönsten Denkmale in der Celloliteratur gesetzt. In den folgenden Paganini-Variationen für Cello und Klavier beschreibt dann Gregor Piatigorski, der eigentlich als dramatischer Cellist bekannt war, Musikerkollegen. Und bei der anschließenden Sonate für Cello und Klavier in g-Moll (opus 19) von Sergej Rachmaninow werden die meisten Themen vom Klavier eingeführt und vom Cello verschönert und erweitert, wobei dem Komponisten beide Instrumente gleichwertig waren. "Der feingliedrige sensible Cellist verblüffte nicht nur mit astreiner Intonation, sondern auch mit sagenhafter Leichtigkeit und Geschmeidigkeit", hieß es zu Benedict Kloeckner, der bei dieser Matinee mitwirken wird. Er, Jahrgang 1989, zählt zu den am meisten bewunderten Begabungen der neuen Solistengeneration. Die Pianistin Anne Fedorova wird bei diesem Kammerkonzert ebenso mitwirken wie beim zweiten Orchesterkonzert am Pfingstmontag. Sie begeisterte bereits als Kind ihr Publikum mit der Tiefe ihres musikalischen Ausdrucks und zählt heute zu den herausragenden Talenten der jungen Pianistengeneration. Von Tschaikowsky bis zu Mussorgsky Schließlich beginnt das zweite Orchesterkonzert am Montag, 16. Mai, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle mit der Polonaise und dem Walzer aus "Eugen Onegin" von Peter I. Tschaikowsky, die ein durchschlagender Erfolg war und die Oper zu einem Standardwerk zunächst auf russischen und später auch auf internationalen Bühnen werden ließ. Das folgende Klavierkonzert Nummer zwei in c-Moll (opus 18) von Sergej Rachmaninow genießt bis heute eine große Popularität wegen seiner liedhaft-melodiösen Themen. Und die "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky werden allgemein als ein Musterbeispiel für Programmmusik gesehen. Die solistischen Aufgaben übernimmt die Pianistin Anna Fedorova.
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"Russische Nächte" in vier Konzerten
Klassik zu Pfingsten – das Festival der Nordwestdeutschen Philharmonie
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