1. Musiker zauberten Gänsehaut

    Konzertabend in der Laubke sorgte für volles Haus

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    Lemgo (pro). Man nehme eine aktive Gemeinschaft, mische die Altersgruppen gut durch, füge einen lauen Frühlingsabend im Mai hinzu und garniere das Ganze mit zwei Liedermachern plus Begleitmusikern: So lässt sich das Erfolgsrezept von "Live in der Laubke" kurz und präzise zusammenfassen. Mit den Künstlern David Lübke und Albin Andersson traf die Nachbarschaft Laubke-Pahnsiek den Nerv der Zuhörer, sodass es womöglich nicht bei dieser ersten Ausgabe der Musikveranstaltung am 6. Mai bleiben wird.

    "Das hatten wir noch nie!", freute sich Karl-Heinz Mense als Vorstandsmitglied der Nachbarschaft um kurz nach 20 Uhr, während im Gemeinschaftsraum am Kleinen Schratweg bald schon "alle 92 Stühle, die wir haben" besetzt waren, und die fortlaufend Einkehrenden schließlich alternativ Bierkisten in Beschlag nahmen. Im Vorfeld hatte man kräftig die Werbetrommel gerührt, wobei vor allem David Lübke als "Lemgoer Urgestein" bei Damen jeden Alters Interesse auslöste. Der schwedische Singer-Songwriter Albin Andersson, der gebürtig aus Lidköping stammt und für den Laubker Liederabend aus der Wahlheimat Berlin angereist war, berührte die Lemgoer am Abend auf seine eigene Weise: Sanfte, manchmal verspielte, oft melancholische Melodien auf der Gitarre trugen die ausschließlich englischen Texte. Titel erschienen dabei weniger wichtig, nannte der Solokünstler zu vielen Stücken vor allem die besungenen Motive: Ein als "This one is a drinking song", so deklariertes Trinklied, stellte sich doch als ebenfalls liebestrunkene Ballade heraus. Saitenklänge und die beruhigende Stimme des Sängers resultierten in entspannten Mienen im Publikum. David Lübke, der zur akustischen Unterstützung Kontrabassist Rüdiger Grob und Gitarrist Jonathan Peters mitgebracht hatte, hörte man in vielen Momenten den Einfluss der irischen Tradition an: "Ich bin nach dem Abi eine ganze Weile in Irland unterwegs gewesen", berichtete der jüngere der beiden Hauptakteure zwischen seinen Stücken im Gespräch mit Karl-Heinz Mense. "Dabei bin ich getrampt, von Lemgo aus immer weiter, durch die Normandie – und dann ist da ja noch England im Weg", beschrieb der Reisende seine Erlebnisse salopp und nahbar, was für eine lockere Stimmung sorgte. Dabei sind seine Texte zuweilen ernst und nachdenklich, wenn er beispielsweise in "Wann merkt Ihr, dass Ihr Brüder seid?" das weltweite Kriegstreiben in Frage stellt oder mit der gesungenen Geschichte "Der Zeitungsjunge", in bester Country-Folk-Manier, Bilder eines amerikanisch anmutenden Jungenporträts in die Köpfe zauberte. Albin Andersson nennt zwar die Weiten Lidköpings seine Heimat, wo laut Mense "die Deutschen Bullerbü-Fantasien entwickeln", doch "wenn man jung ist, ist dort wenig Party." Dieser Feststellung folgte die Schlussfolgerung "in Berlin ist mehr Party", die kein weiteres Erläutern benötigte. So gegensätzlich sich die ausschließlich selbst verfassten Werke der beiden Musiker Andersson und Lübke (Song "Ich will raus aus der Stadt") zeitweise darstellten, so einträchtig fanden sie sich für den gemeinsamen Abschluss mit Rüdiger Grob und Jonathan Peters noch einmal zusammen: "Blowin‘ in the wind", mitgetragen durch den Gesang des vollbesetzten Saals, sorgte noch einmal für Gänsehautstimmung, woraufhin das Publikum eine weitere Zugabe forderte und mit "Knockin‘ on heaven’s door", ebenfalls von Bob Dylan, auch bekam. Im Nachgang des musikalischen Parts spendierte Gustav Reese "auf seine Frau" Erika Reese, ihre gemeinsame Diamanthochzeit und den ebenfalls kürzlich zelebrierten 90. Geburtstag seinerseits allen Gästen einen Schlürschluck.

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