Lemgo (rto). Rund 2.500 Arbeitnehmer aus Betrieben der lippischen Metall- und Elektroindustrie trafen sich am Dienstag gegen 9.30 Uhr, um sich zu einem Protestmarsch in die Lemgoer Innenstadt aufzumachen. Die Kollegen aus Betrieben vom Kalletal bis Blomberg, aus Bad Salzuflen und allen anderen Standorten Lippes, aus kleinen und großen Betrieben, waren dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt.
Der Marsch startete in der Grevenmarsch vor der Firma Zumtobel und führte dann zum Marktplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand und die Gewerkschafter noch einmal ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn Ausdruck verliehen. "Die Arbeitgeber verweigern ein verhandlungsfähiges Angebot in der Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie. Das bislang vorgelegte kann nur als Provokation gegenüber der IG Metall und ihren Mitgliedern gewertet werden. Auch nach der dritten Verhandlung am 28. April zeichnet sich keine Lösung am Verhandlungstisch ab", sagte Erich Koch von der IG Metall. Zusammen mit seinem Kollegen Svend Newger empfing er die streikenden Kollegen und führte den Demonstrationszug in die Innenstadt an. "Die IG Metall fordert aktuell fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung für zwölf Monate. Auch in der dritten Verhandlungsrunde verharren die Arbeitgeber im Angebotskeller. Sie haben für nun 24 Monate Laufzeit insgesamt 2,1 Prozent mehr Geld in zwei Stufen angeboten. Die Arbeitgeber bewegen sich nicht. Das ist zu wenig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Betriebe im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Nettorendite von 3,6 Prozent erwirtschaftet haben. Die Unternehmen sind also finanziell gut ausgestattet", zog Erich Koch sein Fazit zu der Gesamtsituation. Svend Newger fügte noch hinzu: "Die organisierten Mitarbeiter aus 35 Betrieben aus Lippe sind dem Aufruf entsprechend dem Beschluss unserer Tarifkommission vom 13. April 2016 zu Warnstreiks gefolgt. Wir wollen mit unseren Warnstreiks erreichen, dass die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlung ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen."
