Kreis Lippe/Detmold (ab). Einbruchsopfer durchleben einen Albtraum: Die Wohnung im Chaos, wertvolle und lieb gewonnene Gegenstände sind meist unwiederbringlich verloren – dasselbe gilt auch für das Sicherheitsgefühl der Opfer, die oft auf Monate traumatisiert sind. Vor 10 Jahren haben sich daher die Kreispolizeibehörde und das lippische Handwerk zur Schutzgemeinschaft "Zuhause sicher" zusammengeschlossen. Gemeinsam beraten sie Bürger, wie diese ihre Wohnung einbruchssicher machen. Das 10-jährige Bestehen wird mit einer mehrtägigen Ausstellung in der kommenden Woche gefeiert.
Das Netzwerk wurde auf Initiative der Polizei gegründet. Damals wie heute wolle man so das Thema Einbruchsschutz vorantreiben, erklärte Kriminalhauptkommissar Christian Weicht. Und das mit großem Erfolg: Wer das umfangreiche Programm der Schutzgemeinschaft durchlaufe und die entsprechenden Maßnahmen umsetze, steigere die Sicherheit immens. 3.500 Gebäude, die bereits die Plakette "Zuhause sicher" tragen dürfen, wurden untersucht. Bei 88 Prozent davon gab es keinen erfolgreichen Einbruch. Wenn es Tätern doch gelang, einzusteigen, habe das überwiegend daran gelegen, dass die Sicherheitstechnik falsch bedient wurde oder ein Fenstern versehentlich offengelassen wurde. Nur dreimal sei es Tätern gelungen, erfolgreich einzubrechen. Dafür hätten sie einen deutlich höheren Aufwand treiben müssen. Im vergangenen Jahr wurde im Kreis Lippe 511 mal eingebrochen. In diesem Jahr habe die Polizei bereits 200 Einbrüche registriert. Ein Trend lasse sich aber noch nicht daraus ableiten, meint Weicht. Im Sommer werde es ruhiger, die Langfinger sind eher in der dunklen Jahreszeit unterwegs. Zur Schutzgemeinschaft Lippe des Netzwerks "Zuhause sicher" gehören aktuell 9 Handwerksbetriebe. Die müssen strenge Kriterien des Landeskriminalamtes (LKA) erfüllen: Es muss sich um einen Meisterbetrieb handeln, der Erfahrungen im Umgang und Einbau von Sicherheitstechnik nach polizeilichen Standards nachweisen kann. Zudem absolvieren die Monteure jedes Jahr mindestens einen Weiterbildungskursus. Hinzu kommen Förderer wie der Lippische Feuerwehrverband, die Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt, die Lippischen Volksbanken, die Marketinggemeinschaft der Sparkasse in Lippe und die Stadtwerke Lemgo GmbH. Auch Kommunen haben sich angeschlossen, in Lippe sind es Lage und Lemgo, Detmold solle demnächst folgen. Vorbild für das Netzwerk sind Holland und England. Hier sei der Einbruchsschutz seit 20 Jahren beziehungsweise 40 Jahren sogar gesetzlich verankert und die Einbrüche sind deutlich gehen zurückgegangen. Ausstellung/Programm: Die Ausstellung "10 Jahre Schutzgemeinschaft Lippe im Netzwerk ‚Zuhause sicher’" ist von Montag, 9. bis Freitag 13. Mai in den Räumen der Lippischen Landes-Brandversicherung, Simon-August-Straße 2 zu sehen. Sie ist täglich von 8.30 bis 18 Uhr (Freitag bis 16 Uhr) geöffnet. Die offizielle Eröffnung ist Montag um 15.30 Uhr mit Landrat Dr. Axel Lehmann. Täglich sind die Fachberater der Polizei und Handwerker der Schutzgemeinschaft vor Ort. Am Dienstag können Besucher selber einmal Einbrecher spielen und versuchen, mit einem Schraubendreher ein Fenster aufzuhebeln. Auch am Freitag ist Action angesagt: Am "Fire-Trainer" der Feuerwehr kann man üben, einen Fettbrand zu löschen. Außerdem wird anhand der Modells "Rauchhaus" gezeigt, wo man Rauchmelder sinnvoll platziert.
