1. Stiftung belohnt bürgerliches Engagement

    Mit 327.000 Euro vor allem Projekte für Kinder und Jugendliche gefördert

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    Lügde (afk). "Ohne die S&H-Stiftung wäre in Lügde vieles nicht möglich geworden", lobte Bürgermeister Heinz Reker, als jetzt im seit 158 Jahren in der Stadt ansässigen Familienunternehmen Schwering & Hasse eine Rückschau auf zehn Jahre seit der Gründung geworfen wurde. Mit 250.000 Euro war sie 2006 gestartet und verfügt heute über ein Stiftungsvermögen von 275.000 Euro. 327.000 Euro steuerte sie bislang für Projekte bei, die selbstverantwortetes bürgerliches Engagement aufweisen. "Eine Grundvoraussetzung", wie der ehrenamtliche Geschäftsführer der gemeinnützigen Stiftung, Georg-Jeskow von Puttkamer (76) betont.

    "Unsere Familie hat sich immer für das Gemeinwesen in Lügde eingesetzt", konstatierte Ernst-Michael Haase, Kuratoriumsvorsitzender und erinnerte an die bereits 1908 von seinem Urgroßvater Johannes C. Hasse und seiner Ehefrau Amanda ins Leben gerufenen Stiftung. Die Erträge aus der Hasse’schen Stiftung sollten den Armen und Kranken in der Stadt Lügde, der Fabrikkrankenkasse sowie dem Bau einer Kinderbewahrschule zugute kommen. 1923 ging diese Stiftung im Zuge der Hyperinflation ein und wurde gelöscht. 2006 wurde der Gedanke von der Geschäftsführung wieder aufgegriffen. Es entstand die treuhänderische Stiftung der Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH & Co. KG mit dem Ziel der Förderung des Gemeinwohls im Bereich der Stadt Lügde. Zielgruppe der Förderung sind Kinder und Jugendliche. Ihnen auf ihrem Weg möglichst optimale Bedingungen als Grundlage für ihre weitere schulische und berufliche Karriere zu bieten, ist die Philosophie. "Aber nur als Hilfe zur Selbsthilfe", wie von Puttkamer immer wieder betont. Will heißen: Nur mit einer Gegenleistung gibt‘s eine Förderung. Dieses Prinzip liegt auch den "Leuchtturm-Projekten" der Stiftung zugrunde. Alljährlich heißt es "MINT in Lügde", bei dem sich alle Bildungsstufen von Kita bis zu Sekundarschule mit Schwerpunktthemen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik begeistert einbringen. 25 Firmen und Organisationen aus Lügde und Bad Pyrmont stellen sich ebenfalls in den Dienst dieser guten Sache. "Das wird inzwischen in anderen Regionen nachgeahmt", freut sich der Geschäftsführer, der für sein Engagement unlängst den Ehrenring des Kreises Lippe erhielt. "Den habe ich aber nur stellvertretend für alle entgegengenommen, die mich auf diesem Weg in den letzten zehn Jahren unterstützt haben", dankte er in Richtung der Kita- und Schulleitungen, aber auch der Verantwortlichen von "MINT" und "Fit for Job". Neben der Unterstützung der frühkindlichen motorischen Musikerziehung in den Kitas, der Musikschule, Vereinen aber auch bei der Erneuerung der Inschriften auf dem Kriegerdenkmal, des NABU bei einem Wildblumenstreifen-Projekt oder der Gemeinschaft für Fischerei und Natur, stellt sich die Stiftung auch den Auswirkungen der aktuellen weltpolitischen Lage vor Ort. So fördert sie zurzeit sieben so genannte Lernpaten, die elf Flüchtlingskinder in enger Abstimmung mit den Schulen und Eltern beim Erwerb ihrer sozialen Kompetenzen betreuen. Karin Trompeter aus Rischenau und Frauke Grobe aus Lügde berichteten von durchweg positiven Erlebnissen: "Die Kinder sind lern- und wissensbegierig und machen große Fortschritte." Gleich vier erwachsene Syrer hat Hildegard Hagedorn in ihrem Haus aufgenommen. Zwei Männer, die Aussicht haben, in Deutschlang bleiben zu können, werden derzeit von der Stiftung gefördert, um ihnen über Praktika den Einstieg in eine Ausbildung oder in das Berufsleben zu ermöglichen. Auch hier hatte der Ausbildungsleiter von Schwering & Hasse, Wolfgang Kowalsky, nur lobende Worte für den Praktikanten: "Er ist engagiert und traut sich immer mehr auch in Deutsch zu kommunizieren. Unter der derzeitigen Nullzins-Politik leiden auch die Stiftungen. Der Ertrag, der aus dem Stiftungsvermögen zur Verfügung stünde, beträgt für dieses Jahr 23.000 Euro, Der Geschäftsführer des Unternehmens, Ernst-Constantin Hasse, spendete aus Anlass des Jubiläums "zur Lückenfinanzierung" 12.000 Euro an die Stiftung, die damit ihre umfangreichen Aufgaben wahrnehmen kann.

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