Lügde (afk). Das gemeinsame Weihnachtskonzert mit dem Chor "canto allegro" ist den Fans des Blasorchesters noch in guter Erinnerung. Aber die Musikfreunde dürfen sich schon auf ein neues Konzert freuen. Am Freitag, 20. Mai, um 20 Uhr wird das Orchester schon zu seinem nächsten Auftritt einladen. Das Konzert im Schützenhaus Lügde steht dann unter dem Motto "Musikalische Faszinationen aus Puszta, Taiga und fernen Ländern". Wir durften bei Proben schon mal reinhören.
Seit Januar haben sich die rund 40 Musikerinnen und Musiker mit ihrem neuen Projekt befasst. Wieder will das Blasorchester zu einer musikalischen Reise aufbrechen. "Go West" lautete der Titel eines Programms, jetzt hat man sich etwas mehr in Richtung Osten orientiert, aber, wie Bettina Oelmann aus dem Vorstand versichert, "die geografische Einordnung wird nicht ganz so streng gesehen". Bei der Zusammenstellung des Programms greifen Orchester gern auf Stücke aus ihrem Bestandsrepertoire zurück und füttern es mit einigen neuen Einstudierungen zu. "Diesmal haben wir es mal anders herum gemacht", berichtet der musikalische Leiter, Jörn Diekmann. "Von den 13 für das Konzert vorgesehenen Titeln haben wir elf komplett neu in unser Programm aufgenommen." Das bedeutet für die Musiker mindestens einmal wöchentlich üben in der regelmäßigen gemeinsamen Orchesterprobe jeweils donnerstags. Dazu kommen Hausaufgaben, die jeder in den eigenen vier Wänden mit seinem Instrument absolvieren muss, um seine eigenen Klippen in den Stücken überwinden zu können. Jetzt stand zusätzlich auch noch ein Intensiv-Probentag in der Aula der Johannes-Gigas-Schule an. "Das ist schon sehr wertvoll, damit wir gut drei Wochen vor dem Konzert gemeinsam noch mal das Programm durchspielen und an Ecken und Kanten feilen können", sagt Diekmann. Das Programm ist vom Stil der Musikstücke her wieder (wie immer) querbeet zusammengestellt. "Natürlich haben wir Märsche dabei, aber auch Popsongs, Operetten- und Musicalmelodien fehlen nicht", lässt der Orchesterleiter schon einmal ein wenig in die Karten schauen. Verraten will er von den von ihm ausgewählten Titeln zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht allzu viel, aber "es wird bestimmt wieder ein höchst unterhaltsamer Abend werden", versichert er, dreht sich um und ruft die Nummer 372 auf, die dem unbedarften Zuhörer nicht viel sagt. Die Musikerinnen und Musiker aber wissen, worum es geht, blättern in ihrer Notensammlung und schon hebt sich der Taktstock bei Jörn Diekmann. Es geht richtig schmissig los, aber während der Zuhörer sich auf die Melodie schon gemütlich einlässt, kommt der laute Zwischenruf und das Abwinken des Dirigenten: Irgendetwas passte ihm nicht, wird direkt angesprochen und der Takteinsatz bekanntgegeben. Das klappt dann reibungslos bis zum letzten Ton – allein der Applaus, der jetzt im Konzert einsetzen würde, fehlt jetzt noch. "War gut" kommentiert der "Chef", was so viel heißt, gleich weiterblättern in den Noten. "Die 378 spielen wir jetzt von vorn bis hinten komplett durch. Der klappte bisher immer reibungslos", kündigte Jörn Diekmann an. Die Kaffeepause nach einer Stunde Probe wird an diesem Samstagnachmittag gern genutzt, denn der Plan sieht noch einige Stunden intensiver Probenarbeit vor. Die Musiker, durchweg lässig gekleidet, kennen dieses Ritual der Intensivprobe. "Wir haben diesmal nur einen Tag zur Verfügung, normalerweise nehmen wir den Sonntag noch mit dazu", sagt Diekmann. "Das klappt aber wegen des 1. Mai nicht, und so müssen wir heute alles so weit wie möglich hinkriegen." Der Zeitplan ist eng getaktet und entsprechend straff organisiert, die einzelnen Register ziehen sich in vorbereitete Klassenräume der Schule zurück und arbeiten das Repertoire jedes für sich auf, holen sich Rat und Tipps bei erfahrenen Kräften wie Profi-Musiklehrerin Anke Siefert, die in vielen großen Orchestern der Bundeswehr und Bundespolizei musiziert hat. Und dann wieder eine Zusammenkunft aller in der Aula und wieder gemeinsames Proben. Und während man sich andernorts auf den Tanz in den Mai vorbereitet feilen die Lügder Blasmusikerinnen und –musiker immer noch an den Feinheiten. Am 20. Mai muss das Programm sitzen, und es wird sitzen, kann sich Jörn Diekmann auf die Seinen verlassen. Ob die heimliche Lügder Hymne, die schottische Nationalhymne "Highland Cathedral", bisher Standardbestandteil eines jedes Blasorchesterkonzerts, denn auch wieder Zu hören sein wird? "Nein", lacht Diekmann verschmitzt. "Wir haben uns etwas anderes als Überraschung ausgedacht." Was das sein wird, kann man dann am 20. Mai live erleben. Eintrittskarten zum Preis von 8 Euro sind ab sofort bei allen Mitgliedern des Orchesters und in den Vorverkaufsstellen, den Schuhhäusern Thiele in Lügde, Brückenstraße 6 und Bad Pyrmont, Brunnenplatz 2, sowie bei Marx Obstsäfte, Lügde, Pyrmonter Straße 69, Blumen Oelmann, Lügde, Kilianstraße 1a und Tabak Kleine, Lügde, Mittlere Straße 34 erhältlich. Ebenso können Karten unter info@blasorchester-luegde.de vorbestellt werden.
