Bad Salzuflen (rto). Als 76. Auflage startete am vergangenen Samstag die drittälteste noch durchgeführte Motorsportveranstaltung der Welt, die »ADAC-Westfalen-Lippe-Fahrt« in Herford. Zur Mittagszeit machte das Teilnehmerfeld von ca. 80 Fahrzeugen einen Pausenstopp im Schötmaraner Schlosspark. Dabei wehte ein Hauch von glorreichen Rallyesportzeiten durch historische Areal.Erstmals starte diese Veranstaltung 1925 anlässlich des 50. Jubiläums des Hermannsdenkmals. Starterfelder von bis zu 600 Fahrzeugen waren damals nicht ungewöhnlich und auch die Zuschauerzahlen waren um ein vielfaches höher als heute. Teilweise verfolgten bis zu 100.000 Zuschauer das Rennen an der Strecke war vom ADAC zu erfahren. So viele Teilnehmer und Zuschauer sind es schon lange nicht mehr und auch in Schötmar waren trotz der vielen Besonderheiten an Fahrzeugen nur verhältnismäßig wenige Besucher gekommen.
Die in diesem Jahr zum sechzehnten Mal als "ADAC-Westfalen-Lippe-Fahrt Klassik" gestartete Fahrt war in zwei Gruppen, eine Touristische und eine sportlichen Gruppe aufgeteilt, sagte Bernd Noltekuhlmann als Organisationsleiter der Fahrt. Das Starterfeld fuhr durch Lippe und anschließend in den Wittekindskreis zurück zur Zieleinfahrt am ”Henkelmann” in Herford. Einen wirklich ganz seltenen Leckerbissen für Rennsportfans gab es diesmal mit dem Lancia Stratos zu sehen. Der vom italienischen Sportwagenhersteller als reines Sportgerät konstruierte Keil sticht durch seine schwarz-rot-weiße Pirelli-Lackierung heraus. Genauso fuhr ihn damals Walter Röhrl in der Rallye-WM. Aber auch das Exemplar von Lothar Brink aus der Schweiz und Lothar Bökamp aus Schloß-Holte Stukenbrock hat schon Rallye-Meriten erdriftet. Im Jahr 2010 gewann dieses Fahrzeug die FIA Europameisterschaft für historische Fahrzeuge. Weitere Besonderheiten waren in dem vom Vorjahressieger Hartmut Hattenhorst aus bad Salzuflen in seinem Opel Kadett C GT/E angeführten Feld, ein Rolls Royce Silver Cloud II aus dem Jahr 1960, ein Exemplar des offenen Ford Modell A aus dem Jahr 1929, der Nachfolger des als Tin Lizzy bekannten Models T, sowie sicherlich der BMW 3200 S, auch bekannt als "Barockengel" und mit 8 Zylindern und 160 PS ein Traum der Wirtschaftswunderzeit. Der wollte nach der Pause aber nicht mehr so richtig los, so dass ACAC Helfer Andreas Krohn unter den Augen vieler Umherstehender, die Benzinzufuhr wieder in Gang bringen musste. Moderator Olaf Rahn vom ADAC Ostwestfalen wusste während der Pause in Schötmar über jedes der minütlich ankommenden und später wieder abfahrenden Fahrzeuge, Ausführliches zu erzählen. Auffallend war für den Beobachter, dass die Mehrzahl des gesamten Feldes Fahrzeuge aus den sechziger und siebziger Jahren waren. So rücken jetzt auch solche Autos in den H-Kennzeichen Bereich wie der VW Golf 1 oder die BWW’s der 02 Serie und Opels Manta und Kadett. Mit dem 850 Seat Limousine von 1972, einem Lizenzbau des baugleichem Fiat und dem Mitsubishi Lancer 1600 von 1979 waren zusätzlich zwei damalige sogenannte Gebrauchsfahrzeuge im Feld, die man sicher nicht mehr oft zu Gesicht bekommt. Nach der Mittagspause, die die Teams im Hotel von Richard Nier verbrachten, ging es dann wieder auf die Strecke. Bernd Noltekuhlmann hob noch einmal die tolle Atmosphäre des Schlossparks hervor und bedankte sich beim Bürgerverein und der Stadtverwaltung, die das alles möglich gemacht haben. Für den reibungslosen Ablauf der Pause und die Ordnung im Feld sorgten Mitglieder des MSC Bad Meinberg.
