Detmold (ab). Nicht Messbares messbar machen – darum ging es in einem Workshop innerhalb der Veranstaltungswoche "Detmolder Räume" an der Hochschule OWL. Beim "Tag der offenen Tür" am Standort Detmold wurden die Ergebnisse präsentiert.
Herzlich willkommen im "Institut für sinnvolle Masznahmen" (IfM). Man stolpert schon bei der Schreibweise. Das ist gewollt, denn auch der Name selbst trägt eine Doppeldeutigkeit in sich. Es geht nicht nur allgemein um sinnvolle Maßnahmen, sondern darum, überhaupt ein Maß, Maßeinheiten oder Maßstäbe zu entwickeln. Daher haben 15 Studenten das IfM gegründet. Als Mitarbeiter mit so klangvollen Namen wie Herr oder Frau "Höchstwichtig" oder "Superduperwichtig" haben sie untersucht, wie man beispielsweise die Qualität einer Beziehung messen kann. Dafür entwickelten sie die "HarmonieKa". Zwei Probanden stehen sich an einer überdimensionalen Ziehharmonika aus Goldfolie gegenüber. Während sie Schritt für Schritt aufeinander zugehen, wird per Kopfhörer das Knistern der Folie für sie hörbar gemacht. Aufgabe ist, sich solange einander zu nähern, wie es für die Personen angenehm ist. Ähnlich ist eine weitere Station im Institut aufgebaut. Hier schauen sich zwei Menschen in die Augen und geben sich die Hand – bis es ihnen zu viel wird. In einer engen Box gilt es schließlich, Punkte miteinander zu verbinden, dabei sind Teamwork und Kommunikation gefragt. Auch der Sinn des Lebens wurde gemessen – genauer: gewogen. Die Testpersonen teilten Mengen von Reiskörnern Begriffen zu –"Unterstützung", "Risiko", "Sehnsucht" oder "Pinguine", um nur einige zu nennen. Am Ende kam ihnen buchstäblich die Erleuchtung und es gab eine Portion Reis, das "Gesamt-Sinngramm", zum Mitnehmen. Begriffe wie "Liebe, "Familie" oder "Glaube" fehlten. "Wir wollen die Leute bewusst irritieren", erklärt Studenten Eugen Friesen alias "Herr Schonwichtig". Geleitet wurde der Workshop von "Herrn Garnichtmalsounwichtig", ansonsten bekannt als Jörg Kiefel, Professor fürs Lehrgebiet der Szenographie. Man habe sich philosophischen Fragen gestellt, "wir haben künstlerische Forschung betrieben", sagte Kiefel. Und da wird auch der Zufall als Element eines Entscheidungsprozesses ernst genommen. Beim "Präzisionsentscheider" konnte man eine Frage aufschreiben und sich anschlie0end die Antwort angeln. "Dezidematologie" (abgeleitet vom Lateinischen Begriff "Dezision") nennen die Wissenschaftler vom IfM das neue Lehrgebiet. Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf den Tag der offenen Tür an den Hochschulstandorten in Lemgo und Detmold. Zur Begrüßung nannte er drei entscheidende Zahlen, die für ein Studium an der HS OWL sprechen: 90 Prozent der Studenten geben an, dass es ihnen hier gut gefällt, 95 Prozent der Absolventen haben spätestens nach eineinhalb Jahren einen guten Job gefunden. "Und wird sind 100 Prozent Ostwestfalen-Lippe!"
