1. Jeder kann etwas tun

    Film zur Energiewende zeigt viele Möglichkeiten auf

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    Lemgo (ag). Wie schaffen wir es unsere Energieversorgung ganz auf Sonne, Wind, Wasser und Biomasse umzustellen? Dieser großen Frage ging der Film "Power to change – Die Energierebellion" nach, der am vergangenen Mittwoch im Hansa-Kino in Lemgo zu sehen war. Der anspruchsvolle Film von Carl-A. Fechner über die größte strukturelle Veränderung, der – nicht nur – Deutschland seit Beginn des Industriezeitalters gegenübersteht, zeigt Menschen, die sich auf vielfältige Weise für eine Wende in der Energiepolitik starkmachen.

    Der Dokumentarfilm wirft ein schier unerschöpfliches Potenzial der Möglichkeiten in den Ring. Angefangen bei Stromsparhelfern, einer mobilen Pelletieranlage über unterschiedliche Speichertechnologien über eine Niedrigenergiesiedlung, Containerschiffe mit umweltfreundlichem Antrieb, und, und, und. Ein Mix aus Erneuerbaren Energien, Möglichkeiten des Stromsparens, effektiverer Nutzung der Energie und neuem, mutigem Denken zieht sich durch den ambitionierten Film – immer das Ziel der dezentralen und regionalen Energieversorgung im Blick. In Carl-A. Fechners Film werden Zusammenhänge zwischen Ressourcen und Kriegen wie in der Ostukraine aufgezeigt. "Sehr viele Kriege gehen um Energie. Nicht alle. Aber im Zentrum stehen in der Tat vielfach die Kriege um Ressourcen", erläutert Hans-Josef Fell, Mitautor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, im Film. So streben Aktivisten in der Ostukraine eine demokratische Energieversorgung an. Ökonomin Professorin Dr. Claudia Kempfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erläutert, dass die Kosten und Subventionen für fossile Energien zudem ungleich teurer sind, als die der Erneuerbaren und sich das auch nicht ändern wird – im Gegenteil: "Ohne Energiewende zahlen wir immer mehr Geld für Öl und Gas", so die Ökonomin. Die "sichere" und "saubere" Atomkraft, stellt ein ehemaliger britischer Atomkraft-Ingenieur nach 30 Jahren Arbeit in einem Atomkraftwerk infrage. Beeindruckende Menschen, jeder auf seine Art ein Energierebell, versuchen mit viel Herzblut ihren Teil zu einer Veränderung beizutragen. So hat der Leiter der Stadtwerke Bordesholm, ganz auf Ökostrom umgestellt. Sein großes Ziel ist, seine Stadt zum Selbstversorger mit Erneuerbaren Energien zu machen. Und wenn seine Kommune ein eigenes Stromnetz hat, werden auch die Gewinne der Region zugute kommen. Wie der Filmemacher, setzt auch der Arbeitskreis "Zukunft für Lemgo", Veranstalter des Kinoabends, auf kleine Schritte. Rolf Eickmeier vom Arbeitskreis möchte "Veränderungen von unten durchsetzen" und sieht hier auch Lemgo in der Pflicht: "Bürger und Stadtwerke müssen ihre Philosophie verändern. Hier in Lemgo wurde eine gute Basis geschaffen. Aber auch hier kann und muss mehr geschehen." "Wir müssen etwas tun. Die fossilen Brennstoffe sind begrenzt", stimmt auch Willi Hennebrüder von der Lemgoer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland zu.

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