Lemgo (rto). Mit der Investition in den Umbau und der Überlassung des alten Kreisaltenheimes Echternstraße an eine Betreibergesellschaft geht der Kreis Lippe einen neuen Weg in der Zusammenarbeit mit einem privaten Anbieter in diesem Bereich. Die Vertragsunterzeichnung fand am Donnerstag im leer geräumten ehemaligen Kreisaltenheim statt.
Landrat Dr. Lehmann wies noch einmal auf die Probleme mit dem Brandschutz und die veränderten Maßstäbe in der Altenpflege hin, die eine Renovierung des Hauses notwendig gemacht hätten. "Eine solche Renovierung unter Vollbetrieb war unmöglich, deshalb war die Entscheidung zum Neubau des neuen Heimes am Klinikum Lemgo richtig. Und auch die Idee das Haus jetzt zum Zentrum der Quartiersarbeit zu machen war eine richtige Entscheidung. Das ist eine spannende Geschichte, für die wir zwei starke Partner gefunden haben", so Dr. Lehmann. Mit dem Überlassungsvertrag gehen der Kreis und die neue Gesellschaft, deren Stammvereine die Freie Altenhilfe Lemgo e.V. und die Sozialen Altendienste Lippe e.V. sind, einen Pachtvertrag über 25 Jahre ein. Diplom-Psychologe Martin Bröker, zukünftiger Geschäftsführer des Betreibers Quartierszentrum Echternstrasse gGmbH und Geschäftsführer des SAD Lippe e.V.: "Es wird hier etwas Besonderes entstehen, ein offenes Haus mit einem vielfältigem Angebot und Wohnmöglichkeiten für alte und junge Menschen, Wohngemeinschaften und mit Raum für Tages- und Kurzeitpflege", sagte er zur Unterzeichnung. Um dem Projekt auch einen neuen Namen zu geben, stellte Martin Bröker das neue Logo vor. Unter dem Titel "Hansahaus – Wohnprojekt Echternstraße" soll der Umbau zunächst in der Öffentlichkeit seinen Platz finden. Mit dem Titel "Leben und Wohnen am Wall” soll sich die zukünftige Quartiersarbeit, in deren Mittelpunkt das neue Haus steht, bekannt machen. Rainer Grabbe, Fachgebietsleiter des Kreises in Sachen Finanzen zeigte abschließend noch einmal auf, warum der Kreis sich zu der nun vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit entschieden hat. Nach seinen Aussagen hätte der Kreis für das Haus nur noch einen geringen Teil des tatsächlichen Wertes bekommen. "Das Haus steht aber noch mit 4 Millionen Euro in den Büchern. Die Investitionen die jetzt anstehen, hätten wir auch bei Weiterbetreibung durch den Kreis erledigen müssen. Jetzt haben wir einen Betreiber, der mit seiner Pacht die entstandenen Kosten im Laufe der Jahre refinanziert", so Rainer Grabbe. Der Kreis wird jetzt rund 6 Millionen Euro in den Umbau des Gebäudes mit 4.700 Quadratmeter Wohnfläche und rund 6.100 Quadratmeter Grundfläche investieren. Das neue Haus wird nach höchsten energetischem Niveau als Passivhaus gebaut, was allein in diesem Bereich Einsparungen von rund 30.000 Euro jährlich, nach heutigen Preisen, bringen wird. Mit der Fertigstellung wird Anfang 2018 gerechnet. Im Blog unter "www.quartier-echernstrasse.de" gibt es aktuelle Informationen zum Baufortschritt.
