1. Landschaftspfleger auf vier Beinen

    Exmoor-Ponys grasen jetzt im Augustdorfer Dünenfeld

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    Augustdorf (hö). Im Naturschutzgebiet Augustdorfer Dünenfeld sind seit dem vergangenen Wochenende vierbeinige Landschaftspfleger aktiv: Das Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald (NGP) hat dort Exmoor-Ponys angesiedelt. Die genügsamen Tiere sollen auf natürliche Weise einen offenen, heideähnlichen Wald schaffen.

    Bis vor rund 150 Jahren trieben an die Wälder angrenzende Bauern ihr Vieh in die Wälder, damit dieses sich dort sattfressen konnte. So Tierhaltung entstanden die sogenannten Hute- oder Hudewälder mit freien und sonnigen Bereichen, die für die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten beste Voraussetzungen boten. Auch die Senner Pferde trugen dazu bei, die es mittlerweile nicht mehr in der freien Wildbahn gibt. Im Zeitalter von Mastzucht und Massentierhaltung wurden die Tiere nicht mehr in die Wälder getrieben, so dass die Hutewälder immer mehr zuwuchsen. Dadurch verschwanden viele Tier- und Pflanzenarten oder sind vom Aussterben bedroht. Laut Bürgermeister Wulf lebe Augustdorf die englische Tradition – daher passten auch die Exmoor-Ponys aus Südwestengland gut in die Sennegemeinde. Die zwei bis drei Jahre alten Ponys, die mit ihrem dunklen Fell auch optisch sehr gut zum restlichen Wildbestand passen, stammen aus dem Naturpark Solling. Nun können sie erst einmal ihre neue Heimat erkunden. Beim Grasen und Trampeln verhindern die Ponys das Aufkommen neuer Gehölze und bereiten den Weg für für seltene, Licht und Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten in den Hutewäldern. Tierbetreuer Thomas Rüping besucht und beobachtet die ganzjährig draußen lebenden Wallache regelmäßig auf ihrer rund 36 Hektar großen Koppel. Diese Möglichkeit bietet sich auch Touristen und anderen Interessierten. Bei einer Wanderung durchs die Koppeln können sie sich ein eigenes Bild von den Ponys und der Natur- und Kulturlandschaft im Dünenfeld machen. Daniel Lühr vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge (Projektleitung NGP) weist auf die Beschilderung hin: Der Wanderweg beginnt am Parkplatz der Jugendsiedlung "Heidehaus" und führt rund 4 Kilometer durch den zukünftigen Hutewald. "Ziel des Projektes ist es, die historische Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt wiederzubeleben und zu sichern", berichtete Landrat Dr. Axel Lehmann als Verbandsvorsteher des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge. "Seit 2008 wurden bisher rund 600 Hektar Fläche unter Naturschutz gestellt." Das lassen sich Bund, Land, beteiligte Kommunen und weitere Träger einiges kosten. "Im Zeitraum 2005 bis 2020 werden rund 10 Millionen Euro in das Naturschutzprojekt investiert", informierte Brigitte Bremer von der Bezirksregierung Detmold.

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