Detmold (ck). "In fremden Schuhen"– Auf Spurensuche in Europa", so lautet die Überschrift für die diesjährigen Europawochen vom 2. bis 22. Mai, die für die Idee eines gemeinsamen Europas begeistern sollen.
Europa habe Großartiges geleistet und auch Deutschland gehöre zu den Profiteuren der EU, politisch wie auch wirtschaftlich, sagte Bürgermeister Rainer Heller bei der Vorstellung der Europawochen. "Wir können eine Menge bewegen, deshalb gibt es ein Netzwerk auf unterschiedlichen Ebenen. Europa ist für Detmold wichtig. Die Stadt unterhält einen Schüleraustausch, etwa 50 Prozent der Schülerschaft werde im Ausland lernen", so Hellers Prognose. Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit der Partnerschaft mit der belgischen Stadt Hasselt. Die Europawochen bieten ein abwechslungsreiches Programm. Am 4. Mai hält Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sundermann den Vortrag "Belgien/Deutschland – Nicht immer Freunde", in dem die Wendepunkte der Beziehungen und die Wiederannäherung der Länder nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt werden. Vor gut 100 Jahren haben die Deutschen Belgien verwüstet. Am 8. Mai werde mit einer Friedenswanderung, geführt durch Bärbel Sunderbrink und ihre Hasselter Kollegin Mieke Strauven, an den Ersten Weltkrieg erinnert. Natürlich gelte es auch, die Probleme und Krisen Europas im Rahmen der Europawochen zu berücksichtigen. Dazu referiert Junior-Professor Dr. Jannis Panagiotidis für Migration und Integration der Russlanddeutschen von der Universität Osnabrück am 6. Mai "Wege nach Europa – eine Spurensuche". Deutschland musste schon einmal Flüchtlingsströme verkraften, am Beispiel von rund drei Millionen Spätaussiedlern in den 1990er Jahren beleuchtet er die Möglichkeiten einer gelingenden Integration. Gemeinsam mit europäischen Gästen wird er über die Erfahrungen mit Flüchtlingsströmen und deren Integration diskutieren. Auch am 9. Mai geht es um Integration. Ein Vortrag von Dr. Bennedetta Mannino, die lange in Deutschland gelebt hat und an der Universität Potsdam promoviert hat, "Sie kamen, um zu arbeiten… 60 Jahre deutsch-italienisches Anwerbeabkommen". Rainer Heller hofft, dass auch viele Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern bei den Europawochen mitfeiern. Der in Köln lebende Künstler Frank Bölter faltet vom 7. bis 16. Mai unter der Überschrift "Refugee Origami Camp Detmold" in einer Mitmach-Aktion mit geflüchteten Menschen lebensgroße Papierhäuser, die in der Innenstadt aufgestellt werden. Dabei geht es um die Frage, welchen Platz Europa den Flüchtlingen bereit ist in den Gesellschaften zu geben. Am 11. Mai hält der Sozialphilosoph Oskar Negt einen Diskurs über die europäische Idee und den "Gesellschaftsentwurf Europa". Europäischer Markt und Geneverfest Aber nicht nur Tiefgang ist während der Europawochen geplant, auch Spaß, Freude und beste Unterhaltung stehen auf dem reichhaltigen Programm. Am 7. Mai öffnet der "Europäische Markt" mit landestypischen Köstlichkeiten unter dem Motto "Genießen und Erleben", außerdem findet das 2. "Detmolder Geneverfest", organisiert durch den Partnerschaftsverein, auf dem Hasselter Platz statt. Musikalisch begleitet durch "De Stoopkes" aus Hasselt und einem Drehorgel-Ensemble aus Lippe. Am 8. Mai unternimmt das "TheatreFragile" ihre "3. Intervention" zur Vorbereitung ihres Stücks "Wir treffen uns im Paradies", das im Rahmen des Europäischen Straßentheater Festivals "Bildstörung" (13 bis 16. Mai) aufgeführt wird. Beim "Walk of Europe" erkunden Schüler des Grundschulverbundes Freiligrathschule/Remmighausen um 10. Mai, welche europäischen Persönlichkeiten oder Städtenamen sich hinter bestimmten Straßennamen verbergen. Eine Kunstmeile vom 2. bis 16 Mai an der Bruchmauerstraße bietet Impressionen aus 40 Jahren Städtepartnerschaft. Das vollständige Programm steht auf "www. detmold.de".v
