Detmold (ab). Kaum ist Ostern vorbei, richtet sich der Blick schon wieder Richtung Jahresende. Der Weihnachtsmarkt "Detmolder Advent" soll in diesem Jahr erweitert werden. Das berichtete der Vorsitzende Heinz Holey bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft am Donnerstag. Mit dem vergangenen Jahr zeigten sich die Kaufleute und Gewerbetreibenden zufrieden.
Detmold sei mittlerweile neben Bielefeld und Paderborn "eines dieser schönen Mittelzentren" betonte Holey. Beleg dafür sei der große Zuspruch beim jüngsten Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag ("Lippe aktuell" berichtete). Denn trotz parallel laufender großer Kirmes in Herford und verkaufsoffenen Sonntagen in Bielefeld und Bad Salzuflen "war die Detmolder Innenstadt knallvoll", so Holey. Das Konzept, zusätzlich zum Einkaufen ein Unterhaltungsprogramm anzubieten, habe sich bewährt, so Holey weiter, der seit 15 Jahren der Werbegemeinschaft vorsteht. Auch im vergangenen Jahr habe man so versucht, die verkaufsoffenen Sonntage an Frühlings- und Residenzfest sowie in der Adventszeit so attraktiv wie möglich zu gestalten. Das Winzerfest sei "einigermaßen gut gelaufen", sei aber eine reine Imageveranstaltung für Detmold. Enttäuscht zeigte sich Holey von der Parksituation in der Innenstadt. Gebühren von bis zu 2 Euro pro Stunde seien viel zu hoch und im Vergleich zu den Ortsteilen, wo überwiegend keine Gebühren erhoben werden, nicht nachvollziehbar. Die Werbegemeinschaft habe sich dafür eingesetzt, die Gebühren flächendeckend auf einen Euro pro Stunde festzulegen – auf Parkplätzen, an Straßen und in den Parkhäusern. Entsprechende Wirtschaftlichkeitspläne habe man dafür vorgelegt. Rat und Verwaltung haben anders entschieden. Es sei müßig, darüber zu streiten, solange Städte über Parkgebühren ihren Haushalt sanieren wollen, meinte Holey. Zudem fehle ein Parkleitsystem; das könnte helfen, Parksuchverkehre zu vermeiden. Werbegemeinschaft ist gesund "Die Werbegemeinschaft ist gesund und hat einen guten Handlungsspielraum", erklärte Schatzmeister Michael Kungel. Einnahmen werde man wie gehabt in Werbung und Feste investieren, und "am Ende wieder bei Plus/Minus Null herauskommen." Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg der Veranstaltungen sei, dass das Wetter mitspielt. Haupteinnahmequelle ist der Flohmarkt, der stets am ersten Samstag eines Monats stattfindet. Rund 140 Mitglieder gehören derzeit zur Werbegemeinschaft. Und es könnte Zuwachs geben. Holey habe mit den Mietern der "Galerie am Rosental" (Ex-Hertie) Kontakt aufgenommen. Dort werde geprüft, ob man geschlossen in den Verein eintritt. Dann ließe sich künftig auch der Vorplatz bei Festen und Veranstaltungen bespielen. Auch ein Weihnachtsbaum könnte hier stehen. Einziger Brennpunkt an der Langen Straße ist und bleibt das Areal Hornsches Tor. Hier sei angesichts eines neuerlichen Besitzerwechsels auch keine kurzfristige Lösung in Sicht, so Holeys Einschätzung. Mit den neuen Eigentümern des ehemaligen Finke-Modehauses sei man in Gesprächen und werde bei der Entwicklung und Vermarktung der Immobilie unterstützen. Hier stünden pro Etage je 300 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Auch die Fassade könne man je nach Mieter gestalten; der Fahrstuhl lasse sich barrierefrei erweitern. Weihnachtsmarkt wächst Der Detmolder Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr erneut wachsen. "Wir gehen vom Marktplatz Richtung Modehaus Wiese", erklärte Heinz Holey. Dadurch erweitert sich auch das Angebot. Hinzu kommt beispielsweise eine Hütte mit italienischen Spezialitäten und Wein. Um das Verhältnis zu wahren, müssen aber auch ein bis zwei weitere Hütten für Kunsthandwerk angeschafft werden. Hierfür werden Sponsoren gesucht. Außerdem sollen Mülleimer angeschafft werden, die sich gestalterisch an die Hütten anlehnen. Stadt und Werbegemeinschaft haben eine GbR gegründet, die als Veranstalter auftritt. In spätestens zwei Jahren wolle man den "Detmolder Advent" kostenneutral betreiben, sagte Holey. Sein Dank gilt allen, die für die Weihnachtsbeleuchtung gespendet haben. Dennoch bleibe sie defizitär. Die Stadt beteiligt sich nicht an den Stromkosten; Kriegt aber von der WG Strom zur Andreasmesse.
