Detmold (hö). Die Offiziere der Detmolder Schützengesellschaft von 1600 e.V. trafen sich vergangenen Sonntag mit Ehrengästen zum diesjährigen Offiziersfrühstück. Der Tradition folgend wurde anschließend der Wettbewerb um den Offiziers-Pokal ausgetragen.
Im Jahre 1600 gründete Graf Simon der VII die Detmolder Schützengesellschaft, um sein Reich vor plündernden Banditen zu schützen sowie als Wachen für seine Residenzen. Heutzutage übernehmen diese Aufgaben Polizei und Bundesgrenzschutz. Die Schützen heute machen das Ganze nur noch für den Spaß. Um Spaß zu haben kamen auch all die Ehrengäste. Adelige, wie der Prinz Stephan zur Lippe, der gleich seine drei Söhne Bernhard, Otto und Wilhelm mitbrachte. Vertreter der Politik wie die stellvertretenden Bürgermeister Christ-Dore Richter und Helmut-Volker Schüte, Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann, stellvertretende Landrätin Kerstin Vieregge, sowie Landrat a.D. Friedel Heuwinkel. Wo Politik und Gesellschaft sich treffen, war auch die Wirtschaft nicht weit und wurde vom Regionalleiter der Sparkasse Detmold-Paderborn Michael Kungel, Braumeisterin Friederike Strate und Stephan Kirschner für die staatlich Bad Meinberger vertreten. Für die Polizei war Hauptkommissar Thomas Nack anwesend. Doch bei der Beförderung seiner Offiziere versteht der Oberst Heinz Holey keinen Spaß. Da wurde alles ganz genau auf Papier festgehalten und als Urkunde überreicht. Tobias Düben wurde zum Fahnenleutnant, Anita Klemens zum Schießoffizier und Dominik Szechowicz zum Oberleutnant befördert. Für seine jahrelange Hauptmanntätigkeit wurde Klaus Gildner zum Hauptmann ehrenhalber ernannt und Hans-Jürgen Ahlgrimm zum Oberleutnant ehrenhalber. Beim Pokalschießen zeigten dann alle Offiziere wieder Ehrgeiz. Mit der 10-Schuss-Wertung im Luftgewehr Kaliber 4,5 Millimeter wurde zwar nur der beste Schuss gewertet, doch Oberst Heinz Holey schaute da genau hin. "Es war kein Sonntagsschuss dabei" erkannte der erfahrene Oberst sofort bei der Prüfung. Den 3. Platz erschoss sich der Prinz Bernhard zur Lippe mit einem 41-Teiler. Den 2. Platz erkämpfte sich Tobias Düben mit einem 33,9-Teiler. Für seine unglaublichen 7,6 Teiler erhielt Klaus Gildner schon zum zweiten Mal den Offizierspokal persönlich von Braumeisterin Friederike Strate überreicht, der ihrem Vater Friedrich gewidmet ist. Die beste Frau unter den Offizieren wurde Anita Klemenz mit einem 51,8 Teiler und somit Rang 6. Das Schützenfest im Sommer spielte schon am Sonntag eine große Rolle. Die Offiziere traten besonders fein herausgeputzt an. Denn es stand die offizielle Anzugskontrolle auf dem Programm. Und Oberst Heinz Holey schaute bei seinen Offizieren genau hin. Handschuhe, Socken, Sterne, Abzeichen, Orden, die Farbe der Hemden und Anzüge oder die Erlaubnis, einen Säbel zu tragen, waren nur einige der Punkte auf Holeys Inspektionsliste. Egal ob Mann oder Frau, der Oberst war zu allen Offizieren gleich streng. Er selbst ging als Vorbild voran und zückte seine Erlaubnis für das Tragen eines Säbels nach Rückfrage einiger Offiziere aus der Tasche und verlas den Inhalt des Papiers. Zum Schützenfest vom 24. bis 26. Juni werden wohl alle Offiziere die Inspektionsliste des Oberst Holey sich zu Herzen nehmen und alles perfekt umsetzen.
