Leopoldshöhe-Asemissen (kd). Die Festhalle in Asemissen hat seine besten Zeiten hinter sich. Das Quartier wird nun erheblich aufgewertet. Die Gemeinde Leopoldshöhe wird dafür Fördergelder vom Land Nordrhein-Westfalen erhalten. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl bezeichnete das Konzept als wegweisend für ganz Ostwestfalen-Lippe. In Asemissen übergab sie den Bescheid.
Die Zeit drängte. Sehr kurzfristig wurde zu Jahresbeginn das Sonderprogramm des Landes "Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen" ausgeschrieben. Im Rathaus musste daher so manche Überstunde eingelegt werden, um den Antrag rechtzeitig fertigzustellen. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Das Land NRW hat 147 Projekte aus 100 Städten und Gemeinden für das Sonderprogramm ausgewählt. In Lippe wurden vier Kommunen berücksichtigt. Leopoldshöhe ist eine davon und profitiert nun von einem Förderanteil in Höhe von 812.000 Euro. "Das Geld kommt gerade rechtzeitig", sagte Bürgermeister Gerhard Schemmel bei der Übergabe des Bescheides. Denn die Tage der Festhalle seien gezählt. "Sie wird die Mittsommernacht wohl nicht mehr erleben." Eine Renovierung würde mehrere hunderttausend Euro kosten. Im Rat sei man sich daher einig gewesen, dass ein Abriss notwendig werde. Hier setzt nun das Konzept an. Auf dem ehemaligen Sportplatz entstehen derzeit bereits Häuser für den sozialen Wohnungsbau. Außerdem ist eine Tageseinrichtung für Kinder geplant. Sie wird 2017 eröffnet. Bürgermeister Schemmel sieht darin ein "Zukunftsmodell, das auch die Kritiker besänftigt", die die Festhalle gern behalten möchten. Ferner sind neben Kurs- und Seminarräumen auch ein Büro zur Quartiersbetreuung geplant. Wichtig ist der Gemeinde Leopoldshöhe, dass diese Räume nicht nur für die Integrationsarbeit genutzt werden sollen, sondern auch für Vereine und Verbände zur Verfügung stehen. Darüber hinaus erhält die vorhandenen Sporthalle einen Anbau, in dem ein Mehrzweckraum untergebracht werden soll. Die übrigen bisherigen Räume in diesem Komplex werden modifiziert und bieten beispielsweise Unterstellmöglichkeiten für Sportgeräte. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl war von dem Konzept begeistert. "Ich werde es gern weiter bekannt machen", sagte sie. Denn es zeige Lösungen auf, wie Zuwanderer untergebracht und wie das Zusammenleben mit Wohnen, Kinderbetreuung, Sport und Vereinsleben gestaltet werden kann. Das habe auch die unabhängige Jury überzeugt, die sämtliche Anträge prüfte. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Bezirksregierung und Leopoldshöhe sei sehr gut gewesen. "Ihre Verwaltung ist super-gut aufgestellt", lobte die Regierungspräsidentin.
