Lügde (afk). Noch bis zum 8.Mai sind rund 50 Arbeiten der Pyrmonter Künstlerin Annegret Glawe-Tödtmann im Heimatmuseum Lügde zu sehen. Nach eigenem Bekunden soll es ihre letzte Ausstellung sein, sagte die Malerin bei der Vernissage. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die in Lügde geborene gelernte Schaufenster-Dekorateurin Annegret Glawe Werke aus ihrer 40-jährigen kreativen Schaffenszeit ausgesucht, die sie selbst in vier Dekaden einteilt. "Jede hatte eine Ursache und hat meine Arbeit beeinflusst", blickte sie zurück. Sie erinnerte an ihren ebenfalls künstlerisch tätigen Vater, der ihr mit auf den Weg gegeben habe, ihre Gefühle in der Malerei auszuleben. "Das habe ich beherzigt" resümiert sie heute zufrieden.
Auf der Museumsdiele und in der ersten Etage sind die Bilder aus diesen Schaffensperioden zu sehen. Ihre Vorliebe für die Natur ist in allen Werken künstlerisch zum Teil sehr detailliert und akkurat umgesetzt, sei es in Landschaftsbildern oder auch Tierstudien. Die Auswahl der Bilder gibt auch einen Überblick darüber, wie sich die Künstlerin immer neuen Herausforderungen stellt und mit neuen Techniken arbeitet, um ihre Vorstellungen umzusetzen. Ob Acryl in der Anfangsphase, mit Aquarellfarben, Pastellkreide oder verschiedenen Drucktechniken, von der Miniatur bis zum großformatigen Motiv – ihrer schier unerschöpflichen Kreativität hat sie in den Jahren immer wieder freien Lauf gelassen. Ihr Wissen und Können hat sie über viele Jahre als Dozentin in Volkshochschul-Kursen "Kreatives Gestalten" an andere weitergegeben. Zehn Jahre lang von 2000 bis 2010 hat sie Interessierte zu sich nach Hause in Bad Pyrmont zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, um dort ihre Werke vorzustellen, unter anderem auch die in einer Sondertechnik entstandenen Eulen-Motive für Haus und Garten. Zuletzt konzentrierte sich Annegret Glawe-Tödtmann auf das Malen von Miniaturbildern auf Broschen und Kieseln. "Zum Teil können diese Werke detailgenau nur mit der Lupe betrachtet werden", sagt sie und legt jetzt ihren Fokus auf das Motiv des Schneeglöckchens und meint: "Das ist eine Einkehr auf die vielfältige Schlichtheit der Natur." Seit 2010 lädt sie in jedem Jahr in ihren Garten zu einem Schneeglöckchen-Fest ein. Zusammen mit der Künstlerin hat H. Jürgen Lessmann vom Vorstand des Heimat- und Museumsvereins Lügde diese Ausstellung organisiert, die den Titel "40 Jahre Malerei" steht. Er erinnerte in seiner Ansprache zur Ausstellungseröffnung an die verschiedenen Schaffensperioden von Annegret Glawe-Tödtmann. Zuletzt hatte sie auf sich aufmerksam gemacht, als sie die erste Märchen-und Sagenausstellung im Lügder Heimatmuseum Ende letzten Jahres mit ihren Bildern eindrucksvoll illustrierte. Die Ausstellung ist täglich (außer mittwochs) zu den Öffnungszeiten des Heimatmuseums bei freiem Eintritt zu besichtigen.
