1. Gleichstellung von Menschen mit Handicaps

    Behinderte wollen am 3. Mai für Barrierefreiheit protestieren

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    Lemgo (nr). Ihr Alltag ist immer noch voller Barrieren. Selbstbestimmt können Menschen mit unterschiedlichen Handicaps ihr Leben bisher nur teilweise gestalten. Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wollen 15 Behinderte der Lebenshilfe am 3. Mai ihre unterschiedlichen Anforderung an Barrierefreiheit deutlich machen und mit selbstgestalteten Transparenten auf dem Markplatz protestieren. So funktioniert Inklusion nicht, wissen die 15 engagierten Menschen mit ganz unterschiedlichen Handicaps, die im Büro der Lebenshilfe die großen Plakate und Transparente mit viel Farbe und einprägsamen Worten gestalten: "Eins, zwei drei – barrierefrei" und "Atemlos durch die Stadt" sind nur zwei von ihnen. "Es gibt viel mehr Barrieren, als nur die Stufen zu unserem Rathaus", sagt Jessica Klemens, Sprecherin der Arbeitsgruppe für Politik und Selbstbestimmung. Gemeinsam wollen die Mitglieder der Arbeitsgruppe für "Leichte Sprache" und der Arbeitsgruppe für "Politik" am 3. Mai in der Zeit von 11 bis 12 Uhr auf dem Lemgoer Marktplatz ihre Forderungen für Barrierefreiheit kundtun und auf bestehende Probleme aufmerksam machen. "Kaum jemand macht sich Gedanken, dass es auch immer noch viele Barrieren ganz anderer Art gibt", so Theresa Ehlen, Projektkoordinatorin des Inklusionsprojektes der Lebenshilfe, "Grenzen für Rollstühle und Rollatoren sieht jeder. Aber kaum jemand macht sich Gedanken über die Lebenswelt von Gehörlosen, Menschen mit Sehbehinderungen oder Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen.""Manchmal ist es auch schlichtweg nur eine komplexe Sprache, der manche Menschen verständnislos gegenüber stehen", weiß sie. Ob Menschen mit Handicap oder Menschen mit Migrationshintergrund – so mancher Bescheid, der ins Haus flattert, könne da eine fast unüberwindliche Hürde darstellen. Für die Arbeitsgruppe "Leichte Sprache" ist es da ein ernstes Anliegen, Sprache leichter zugänglich zu machen. Die Idee zu der Aktion kam im Rahmen einer Weiterbildung zum Thema "Wie kann ich mich für andere einsetzen" zustande. Inklusion ist in aller Munde, nur bei der Umsetzung hapert es, ist die einhellige Meinung zum Protesttag. Um das zu ändern, werden sie protestieren und wünschen sich dafür viel Unterstützung von Menschen mit und ohne Handicap.

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