SEELZE (mk). Kaum haben sich die Diskussionen um eine mögliche Hochspannungstrasse in Seelze etwas beruhigt, wird die Stadt Seelze mit einer neuen, noch einschneidenderen Hiobsbotschaft konfrontiert. Laut dem der Stadtverwaltung vorliegenden Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes 2030 sieht dieser eine neue zweigleisige Bahnstreckenführung zwischen Letter und Minden vor, die beginnend in Letter die bestehende Bahntrasse, den Stichkanal und die B 441 kreuzt, um dann südlich von Seelze Süd in Richtung Almhorst das FFH Gebiet zwischen dem Almhorster Wald und der Stadtteil Almhorst zu durchschneiden. Allein die Planung ist für die Stadt eine große Katastrophe, denn sie konterkariert alle Planungen von Rat und Verwaltung, die Stadt Seelze als den Wohnstandort am Rande von Hannover zu etablieren. Würden die Planungen in die Tat umgesetzt, entstünde eine Aus- und Neubaustrecke, die für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h ausgelegt wäre. Entsprechende Informationen finden sich im Internet unter: http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/Bundesverkehrswegeplan2030/InhalteHerunterladen/inhalte_node.html). Das Projekt wird dort im BVWP auf Seite 182 unter lfd. Nr. 13, Projekt-Nr. 2-016-V01 geführt. Besondere Brisanz bekommt die Planung dadurch, dass das Projekt in einer Bewertungsmatrix mit 35 Punkten mit einer "hohen Raumwirksamkeit" eingeordnet wird. Allerdings scheinen die Planungen dabei von völlig falschen und total veralteten Voraussetzungen und Planunterlagen auszugehen. Wie das nachstehende Kartenmaterial zeigt, wurde der Bereich von Seelze Süd mit seinen bisher rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überhaupt nicht berücksichtigt. Auch die Belange des Natur- und Umweltschutzes scheinen bei den Planungen überhaupt keine Rolle gespielt zu haben. "Aus diesem Grund werden wir", so Bürgermeister Schallhorn, "kurzfristig alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses Vorhaben zu verhindern". Hierzu hat es bereits erste Gespräche mit Bürgermeister Lahmann der ebenfalls stark betroffenen Stadt Barsinghausen gegeben. Weitere Gespräche mit Bundes- und Landtagsabgeordneten werden folgen. Die Stadt empfiehlt den Bürgern außerdem, die Einspruchsfrist bis zum 2. Mai wahrzunehmen und Bedenken zu äußern. Weiterhin ist eine Informationsveranstaltung für den 14. April im Forum der Geschwister-Scholl-Schule angesetzt. Dort werden um 19 Uhr Bürgermeister Detlef Schallhorn und seine Mitarbeiter alle verfügbaren Informationen zu der Trassendarstellung und dem Verfahren zusammentragen und vorstellen. Grafik: Stadt Seelze
-
Strecke durchschneidet Stadtgebiet
Seelze wehrt sich gegen geplante Bahnstreckenführung / Heute Informationsveranstaltung
Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum
