Detmold-Hiddesen (ck). Es soll einTreffpunkt für Vereine und Institutionen werden, Spaziergängern, Wanderern und Touristen gebündelte Informationen über Freizeitmöglichkeiten in der Region liefern. Mit Hilfe von EU-Mitteln ist auf dem Areal des Hermannsdenkmals in drei Jahren aus anfänglichen Ideen ein modernes und einladendes Gebäude entstanden. In unmittelbarer Nähe des lippischen Wahrzeichens soll das Wanderkompetenzzentrum "WALK" (Wandern, Austausch; Lernen, Kompetenz) künftig als touristischer Navigator fungieren.
"Der Standort am Hermann ist ein Glücksfall. Im attraktiv gestalteten Walk-Gebäude hat unsere Touristinformation beste Möglichkeiten, den Besuchern natur- und kulturtouristische Angebote des Landesverbandes Lippe und seiner Partner anzubieten", erklärt die Vorstandvorsteherin des Landesverbandes Lippe, als Eigentümer des Areals rund um das Hermannsdenkmal, in ihrer Ansprache während der offiziellen Eröffnung am Sonntag. Drei Jahre ist es her, dass die Idee für ein Kompetenzzentrum Wandern WALK entstand. Mehr als 500.000 Besucher zählt der Landesverband jährlich. "Die Lipper wohnen nicht hinter dem Mond – mit dem WALK beweisen wir das auch", so Peithmann weiter. Ein ganzheitlicher Blick auf ganz OWL könne nur die Zukunft sein. Wandern braucht Wege und Ziele. "Heute ist ein Aufbruch in eine Welt, die nicht an regionalen Grenzen halt Macht", so die Verbandsvorsteherin. Das WALK soll ein Treffpunkt für Vereine und Institutionen werden, die sich mit den Themen Wandern, Gesundheit und Radfahren auseinander setzen und hier kooperieren können. Das vom Land NRW, dem Bund und der EU geförderte Projekt soll den Tourismus in der Region stärken und die Region OWL enger zusammen schweißen. Landrat Dr. Axel Lehmann betont, dass es sich lohnt die Wanderschuhe zu schnüren. "In der Region schlägt das Wanderherz – eine gute Infrastruktur auf der einen Seite und breite Informationen mit dem neuen Kompetenzzentrum soll die Attraktivität Lippes und OWLs als Wanderregion weiter gesteigert und der Ausbau von Wanderwegen sowie die Erschließung neuer Routen weiter vorangetrieben werden." Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Detmold Marianne Thomann-Stahl sieht in dem Wanderkompetenzzentrum einen gesunden Ausgleich, um das Leben lebenswerter zu machen. "Wandern hilft die Seele baumeln zu lassen, außerdem hat es das verstaubte Image verloren." 20 Prozent aller NRW-Projekte werden hier in der Region umgesetzt. Während seiner offiziellen Eröffnungsrede betonte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, dass er einen handfesten Bezugspunkt zu diesem Thema auf seinem Schreibtisch stehen habe, einen kleinen Hermann. Ohne eine intakte Natur sei das Wandern nicht attraktiv. "Der Hermann war kämpferisch, aber das Wandern ist ein Statement. Ich gehe gelassen und entschleunige mich und wertschätze die Natur", so der Minister. OWL sei so etwas wie der Heilgarten Deutschlands. "Das WALK ist ein Impulsgeber für weitere touristische Projekte." Erwartet werde eine Steigerung von drei Prozent. "Daraus wird eine Melodie die klingt", fasst er zusammen. Der Projektleiter des WALK, Günter Weigel gibt Einblicke. Gut 2 Millionen Euro kostete der Bau des Wanderkompetenzzentrums. 20 Prozent trug der Kreis Lippe, 80 Prozent wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW und dem Bund gefördert. Zu dem Gesamtprojekt gehören weitere zahlreiche Teilprojekte, die er anhand einer Beamershow den rund 200 geladenen Gästen vorstellte. Dazu zählen die Überdachung der Waldbühne am Hermannsdenkmal, die Aussichtsplattform am Schieder See, die Himmelsleiter in Oerlinghausen und die Einbindung des "Eissteins" in Hiddesen. Des Weiteren die Kurmuscheln in Bad Salzuflen und Bad Meinberg sowie der Erlebnisraum Moorstich in Bad Meinberg und die geplante Markierung des Europäischen Fernwanderweges E1 und des Europaradweges R1 an den Externsteinen. Gleichzeitig wurde sich stark gemacht für die Wanderinfrastruktur, die auch ein Teil des Förderprojekts ist. Durch die aktive Mitarbeit der Heimat- und Wandervereine wurden Wege saniert, Schäden an Bänken ausgebessert und ein einheitliches Ausschilderungssystem überlegt. Deshalb ist unter dem Dach des Wanderkompetenzzentrums nicht nur die Lippe Tourismus & Marketing GmbH und der Zweckverband Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge sowie der Lippische Heimatbund, sondern auch Heimat- und Wandervereine vertreten, um spannende Ausstellungen und Veranstaltungen für Wanderer und Besucher aus ganz Europa anzubieten. Immer wieder sei während der Planung die Frage gestellt worden, warum die englische Bezeichnung nötig wäre? Diese Frage habe er stets mit "Ja" beantwortet, gehe es doch darum, die Region und das Zentrum europaweit aufzustellen. Denn das WALK ist eine zentrale Anlaufstelle für Wanderer, Gäste, Wanderorganisationen und Einrichtungen im Teutoburger Wald. Es geht um die Stärkung der Wander- und Gesundheitsregion mit ausgewählten Prädikatswegen und den Besonderheiten wie: Klima-Erlebnis-Route, Top-Trail und den Hermannshöhen.
