1. Vortrag zum Auschwitzprozess

    Christlich-Jüdischen Gesellschaft lädt zum Infoabend ein

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    Detmold. Der Auschwitz-Prozess in Detmold ist einer der letzten seiner Art: Nicht mehr oft werden Täter der Nazizeit auf der Anklagebank sitzen, nicht mehr oft werden Opfer solchen Prozessen beiwohnen können. Informationen über die Abläufe und Hintergründe der jüngsten Prozesse in Lüneburg und Detmold liefert eine Abendveranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe am 14. April um 18 Uhr im Haus Münsterberg (Hornsche Straße 38): Referent ist der Rechtsanwalt Ernst Freiherr von Münchhausen, der bei den Prozessen einige der Nebenkläger vertritt. Mitglieder der Gesellschaft und alle Interessenten sind dazu sehr herzlich eingeladen. Mit solchen Veranstaltungen möchte die Christlich-Jüdische Gesellschaft ihre bisherige Arbeit weiter vertiefen –"gerade in Zeiten wie diesen, in der fremdenfeindliche und antisemitische Stimmen wieder lauter werden", wie es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft heißt. Dazu steht der Verein in engem Kontakt mit der jüdischen Gemeinde in Herford, deren Vorsitzender Matitjahu Kellig in Detmold lebt. Gemeinsam mit anderen lippischen Institutionen will sich der Verein laut und hörbar gegen rechte Tendenzen in Lippe stark machen. Auch der Austausch mit den noch lebenden ehemaligen lippischen Bürgern jüdischen Glaubens und ihren Nachfahren wird weitergehen. Die jüdische Vorsitzende Karla Raveh, die bei der jüngsten Hauptversammlung des Vereins neu ins Amt gewählt wurde, wird wie immer helfen, diese Kontakte zu pflegen. Als Geschäftsführerin neu gewählt wurde auch Micheline Prüter-Müller. Drei weitere Vorstandsmitglieder wurden von der Hauptversammlung im Amt bestätigt: Bettina Hanke-Postma als evangelische und Barbara Klaus als katholische Vorsitzende, sowie Rüdiger Schleysing als Schatzmeister. In der Reihe "Religionen im Gespräch" stehen weitere Veranstaltungen auf dem Programm: Etwa ein Vortrag von Prof. Muna Tabari von der Uni Paderborn zum Thema "Ramadan und das Fastenbrechen" am 17. Juni um 20 Uhr im Gemeindehaus am Markt. Gemeinsam mit den Moscheegemeinden soll im Anschluss auf dem Marktplatz das Fastenbrechen gefeiert werden. Der Detmolder Historiker und Pädagoge Eugen Heinen stellt am 3. Juni um 19 Uhr im Haus Münsterberg einen besonderen Schatz vor: Die Biblia de Alba von 1420 – eine der allerersten Übersetzungen des Alten Testamentes in eine romanische Sprache. Ende Oktober 2016 wird eine Reise auf jüdischen Spuren nach Wien angeboten.

    Die Christlich-Jüdische Gesellschaft werde auch künftig die Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar unterstützen, die die Detmolder Schulen bereits seit 20 Jahren im Wechsel organisieren. Um die Jugendarbeit zu fördern, bietet der Verein Stadtrundgänge auf jüdischen Spuren an, stellt Literatur zur Verfügung und beteiligt sich an Lehrerfortbildungen. Die Geschäftsstelle ist unter der Rufnummer (05231) 29758 zu erreichen.

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