Lemgo (nr). Lemgo ist den wilden Müll vorerst los. 330 ehrenamtliche Helfer haben am vergangenen Wochenende in Lemgo und den anliegenden Ortsteilen beim gemeinschaftlichen Frühjahrsputz Unmengen an Müll gesammelt. Erstmals haben auch Flüchtlinge an der Aktion teilgenommen.
Ein offener Tresor und eine alte Waffe waren wohl die kuriosesten Fundstücke beim Lemgoer Frühjahrsputz. Beide sind inzwischen bei der Polizei gelandet. Geschätzte 30 Tonnen Müll haben die Helfer in Lemgo und den verschiedenen Ortsteilen gesammelt. Darunter waren die üblichen Verdächtigen, wie Reste üppiger Fastfood-Mahlzeiten, Fahrräder, diverse Metallteile, Flaschen, aber auch komplette Müllsäcke auf öffentlichen Plätzen. "Da das Lemgoer Stadtgebiet rund 100 Quadratkilometer umfasst, mussten wir uns organisatorisch natürlich auf Kernbereiche beschränken", erklärte der für Sicherheit und Ordnung zuständige Mitarbeiter der Stadt, Michael Becker. "Die beteiligten Gruppen haben dabei den gesammelten Müll entweder direkt am Bauhof angeliefert oder an Sammelstellen von der Feuerwehr und den städtischen Betrieben einsammeln lassen." Rund 80 Vereine, Gruppen und Organisationen sind im Vorfeld angeschrieben worden. Besondere Unterstützung hat die jährliche Aktion auch dieses Jahr wieder durch die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Reservisten und die Firma Schlotthauer erhalten. Letztere wird den Müll auf eigene Kosten entsorgen. Zum ersten Mal waren auch rund 50 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak an der Aktion beteiligt. "Das war eine schöne Aktion", sagte Mohamad Al Taleb, der seit sieben Monaten in Deutschland ist und sich im Bundesfreiwilligendienst engagiert. "Zwischen unseren Kulturen liegen zeitweilig Welten, aber wir sind glücklich, dass wir hier auf so vielfältige Weise unterstützt werden. Am Frühjahrsputz teilzunehmen ist unser Beitrag, um uns für so viel Unterstützung zu bedanken." Neben einer vom Müll und Schrott befreiten Stadt hat der Lemgoer Frühjahrsputz noch einen netten Nebeneffekt, meinte Tobias Vietz von der Jugendfeuerwehr Lemgo: "Die Aktion wird von vielen Jugendlichen unterstützt und da wächst ein anderes Bewusstsein für unsere Umwelt." Solch ein die Umweltbewusstsein würde sich auch Michael Becker auch von denjenigen wünschen, die ihren Müll einfach im Stadtgebiet verklappen.
