1. Integration fällt nicht vom Himmel

    Klinikum-Tea m überprüft die Gesundheit von Flüchtlingen

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    Kreis Lippe/Detmold (tl). Mit einer der ersten Flüchtlingsambulanzen in Deutschland hat das Klinikum Lippe erfolgreiche Pionierarbeit geleistet. Bis heute sind rund 8.500 Flüchtlinge medizinisch durchgecheckt worden. Diese vorbildliche Gesundheitsversorgung ist nicht nur eine menschliche, sondern auch eine administrativ-logistische Meisterleistung, die bundesweit auf Interesse stößt: Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfrakton, und Parteigenosse sowie Bundestagsmitglied Burkhart Blienert aus Paderborn, verschafften sich jüngst bei einem vor-Ort-Besuch Einblicke in die Arbeit der Flüchtlingsambulanz. Dr. Patrick Dißmann, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme des Klinikums, gab stellvertretend für den rund 40-köpfigen Mitarbeiterpool in der Flüchtlingsambulanz Einblicke: "An einem Abend pro Woche - nach dem Regelbetrieb im Klinikum um 17 Uhr - versorgen wir die Flüchtlinge mit einem etwa 15-köpfigen Team. Darunter sind Mitarbeiter aus der Verwaltung, aus der Pflege und dem ärztlichen Bereich wie Chirurgen und Dermatologen. Alle arbeiten auf freiwilliger Basis, zwar bezahlt, aber zusätzlich zum eigenen Job." Gerade diese Teamleistung auf freiwilliger Basis würdigt Landrat Dr. Axel Lehmann, Aufsichtsrat des Klinikums, besonders: "Mein Lob gilt dem schlagkräftigen Team!" Mattheis, die sich Flüchtlingsambulanzen in der gesamten Republik angesehen hat, sieht vor allem in der Eigeninitiative des Klinikums und im unbürokratischen Zusammenwirken von Ärzten, Pflegern und Verwaltungsmitarbeitern einen vorbildlichen Charakter. Meine Botschaft lautet deshalb gerne: "Integration fällt nicht vom Himmel!" Sie könne nur durch pragmatische Lösungen - wie im Fall der lippischen Flüchtlingsambulanz - auf den Weg gebracht werden. Waren es bis Januar dieses Jahres wöchentlich noch etwa 300 bis 350 geflohene Menschen pro Woche, die in der Ambulanz ihre Erstuntersuchung erhielten, so sind es aktuell nurmehr rund 35 Personen. Dißmann: "Die Untersuchungen werden allesamt protokolliert und zu einem späteren Zeitpunkt wissenschaftlich ausgewertet." Soviel lasse sich freilich schon jetzt sagen: "Es gibt nur geringe Fälle von meldepflichtigen Erkrankungen, etwa Tuberkulose." Mattheis und Bienert, beide Mitglied im Ausschuss für Gesundheit im Bundestag, werden ihre Eindrücke aus Lippe mit nach Berlin nehmen. Ihr Tenor: Von der Initiative und guten Organisation der Flüchtlingsambulanz in Detmold kann man anderorts noch einiges lernen!

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