1. Geld oder Liebe?

    Gelungene Premiere der Komödie "Der Kredit"

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    Lemgo (ag). Das liebe Geld ist nicht alles. Doch wer es nicht hat, dem kann das Leben übel mitspielen. Die Geschichte, die in der Komödie "Der Kredit" erzählt wird, dreht sich aber nicht nur um Geld. Werte wie Vertrauen, Moral und Liebe spielen eine große Rolle. Die Komödie stellt ungewöhnlich große Fragen: Was wäre man bereit aus Liebe zu tun? Was würde man für Geld tun? Was ist beängstigender: ein Leben ohne Geld oder ein Leben ohne Liebe? Die freie Theatergruppe Stattgespräch hat am vergangenen Wochenende im Kulturbahnhof mit der Komödie "Der Kredit" erneut eine gelungene Inszenierung auf die Bühne gebracht.

    Es ist die Geschichte von zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der eine möchte unbedingt einen Deal machen, der andere möchte das auf gar keinen Fall: Der selbsternannte Don Juan und Habenichts Herr Schmidt mit "dt" (gespielt von Markus Mogwitz) möchte einen Kredit vom kühlen, in geordneten Verhältnissen lebenden Bank-Filialleiter Goetz (dargestellt von Frank Wiemann). Und was tut man nicht alles für Geld? Markus Mogwirtz gefällt als selbstverliebter und frecher Bittsteller, der, um an sein Geld zu kommen, bereit ist alles zu tun. So wird der nicht genehmigte Kredit der Anstoß für ein wahres Erdbeben im Leben des Filialleiters. Wie zwei Gockel plustern sich beide auf und blasen zum Gefecht. Das Schauspiel von Jordi Galceran ist voll mit rasanten Wendungen, unerwarteten Vollbremsungen und raffinierten Finten. Von Anfang an werden Spuren gelegt, auf denen sich der Zuschauer bisweilen leicht verirren kann. Szenenapplaus erfüllt den Saal als sich der Leiter der Theatergruppe, Frank Wiemann (Filialleiter), so richtig ins Zeug legt: Als auch das hundertste "Nein" des Filialleiters Goetz einfach nicht akzeptiert wird und ihm die Worte der Ablehnung beinahe auszugehen drohen, spielt sich Frank Wiemann sich in einen wunderbar verrückten Rausch der verschiedenen Ausdrucksformen des Wortes "Nein". Hilflos und wahnsinnig brüllend lässt sich er sich – schon gefährlich rot angelaufen – erschöpft in einen Stuhl fallen. Als donnernder Applaus des begeisterten Publikums den beiden leidenschaftlich aufspielenden Darstellern Frank Wiemann und Markus Mogwitz am Ende des Stückes entgegenschlägt, ist die Anspannung, die vor allem von Frank Wiemann abfällt, im Saal nahezu greifbar. Die Theatergruppe hat wieder einmal einen guten Griff bei der Auswahl des Stückes getan und eine gelungene Vorstellung auf die Beine gestellt. Regie haben die beiden Darsteller selbst geführt, unterstützt von Liane Kreye, ebenfalls Darstellerin bei der Lemgoer Theatergruppe. "Sie war bei jeder Probe dabei und hat uns angetrieben: ´Hier muss mehr Tempo rein – hier muss es raus!´", bemerkte Frank Wiemann dankbar. Auch das Publikum feierte den schönen Premierenabend mit viel Beifall. So sind denn auch alle weiteren Termine von "Der Kredit" bereits ausverkauft. Einzig für die Zusatzvorstellung am Samstag, 23. April, um 19.30 Uhr gibt es bei der freien Theatergruppe Stattgespräch unter Restkartentelefon (05261) 217 458 noch Tickets.

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