1. Bücher, Ballermann und Fußball

    Zwei Mallorca-Fans berichteten von ihrer Liebe zur Insel und zum Rasensport

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    Oerlinghausen (kd). Mallorca wurde scherzhaft schon als das 17. Bundesland bezeichnet. Denn neben vier Millionen deutschen Urlaubern lassen sich immer mehr Bundesbürger dauerhaft oder zeitweilig auf der Insel nieder. Zwei dieser Fans, die Journalisten Jürgen Mayer und Manni Breuckmann, haben Mallorca auch literarisch verarbeitet. Auf Einladung der Buchhandlung Blume kamen sie zu einer Lesung nach Oerlinghausen. Was sie ihren mehr als 200 Zuhörern in der Aula des Schulzentrums boten, ging über eine schlichte Lesung jedoch weit hinaus. Wie sich zwei Fußball-Routiniers den Ball zuflanken, so spielten sie sich im Dialog die Stichworte zu. Mit viel Humor und Ironie bewältigten die Beiden die Aufgabe, das Publikum zwei Stunden lang zu unterhalten. Ein paar Bemerkungen zur Region gehörten augenzwinkernd auch dazu. So berichtete Mayer, er sei von der falschen Seite in die Stadt gefahren. "Aber das machen die Oerlinghauser auch, fahren in die Hauptstraße rein und sagen Wir sind ein Bus." Breuckmann wusste zu berichten, dass seine Mutter "aus dem Lipperland, aus Bad Driburg stammt." Das Murren im Saal quittierte er mit den Worten "Man muss sich dem Publikum ranschmeißen." Einen vergeblichen Versuch unternahm Mayer, als er meinte: "Ich habe einen Bekannten in Bielefeld zählt das auch?" Neben der Zuneigung zu Mallorca vereint die beiden Journalisten auch die Liebe zum Fußball. "Ich komme davon nicht los", meinte der ehemalige Sportkommentator Breuckmann. Er sei bereits als Kind geprägt worden, als er die Spiele von Germania Datteln ("Real Madrid vom Ruhrgebiet") verfolgte. So war es keine Überraschung, dass Breuckmann die Lesung nicht mir einem Auszug aus seinem aktuellen Buch "Schnee am Ballermann" begann. Vielmehr trug er eine recht amüsante Kurzgeschichte über seine erste Fußball-Reportage vor, die in einem ekstatischen "Tor"-Schrei endete. Die Idee zu dem Krimi kam ihm bereits 2009, als er am Strand ein einsames, verlassenes Haus entdeckte. Um das Gebäude entwickelte er dann die Story. Die geschilderten Personen sind frei erfunden, versicherte er, "weil ich so wenig Mörder kennen". Nach neun Monaten war das Werk dann vollendet. Seit seiner Pensionierung hat Breuckmann schon fünf Bücher verfasst. Jürgen Mayer zog vor 14 Jahren mit der gesamten Familie nach Mallorca. Seither berichtet er für den WDR von dort und pendelt einmal im Monat nach Köln, um für den Hörfunk zu arbeiten. Als ausgewiesener Kenner der Insel erhielt er den Auftrag, einen Reiseführer zu verfassen. Mit viel Insiderwissen und Witz kam er dieser Aufgabe nach. Auch der berühmte "Ballermann" kommt darin vor. "Manchmal kommen Fußballclubs dort hin, manchmal Kegelclubs", sagte Mayer. "Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich anschließend nicht mehr erinnern können." In seinem Buch erläutert Mayer, wie der Name zustande kam (verballhornt vom spanischen Wort für Strandkneipe). Er hat auch eine Typologie der "Ballermänner" verfasst, die allerdings vom Buchverlag abgelehnt wurde. Mayers Fazit: "Die meisten suchen nicht die Sonne, sondern Sangria." Allerdings habe Mallorca sein prolliges Image erfolgreich abgelegt. Die Insel sei inzwischen auch bei bürgerlichen Menschen recht beliebt. In diesem Jahr erwartet Mayer, dass die Insel "so voll wird wie noch nie". Die unsichere Lage in anderen Touristenzielen werde zu einer Neuorientierung der Urlauber führen. Politisches Ziel der Inselregierung sei es jedoch, die Zahl der Hotels zu verknappen, um mehr Qualität zu bieten.Am Ende hatte das Publikum noch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Sie kreisten selbstverständlich um Fußball. Hier war vor allem der Experte Breuckmann gefordert. Als er bedauerte, dass er beruflich nie das Vergnügen hatte, "Deutschland ist Weltmeister" auszurufen, wurde er aus dem Publikum ermuntert, dies doch nachzuholen. Der Reporter ließ sich nicht lange bitten und legte los, das entscheidende Tor von 2014 in Brasilien auf seine Art zu kommentieren.

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