1. Illustre Runde großer Denker

    "Kreative Köpfe" von Wolfgang Gerent in der Galerie Gausephl

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Detmold (pro). Nicht selten trifft der Ausstellungsbesucher auf einen mitteilsamen Künstler, der es kaum abwarten kann das Konzept und die Entstehungsgeschichte seiner Werke preis zu geben. Entgegen dieser allgemeinen Annahme präsentierte Wolfgang Gerent seine Bilderserie "Kreative Köpfe" in den Schaukästen der Galerie Gausepohl bescheiden und zurückhaltend: "Fragt mich Alles – nur nicht zu den Bildern!", ruft er aus und sorgt so für Heiterkeit bei der Vorstellung des Projekts. Gerent, hauptberuflich Philosoph in dozierender Art, investierte über die letzten anderthalb Jahre hinweg Zeit und Geduld in die Portraits. Seit der Jugend der künstlerischen Beschäftigung durch das Zeichnen verbunden, wagte er schließlich vor einigen Jahren den Sprung in die Malerei. Es sei ja nicht so, dass Malen einfach Zeichnen mit Farbe wäre - es sei deutlich mehr, definiert Gerent seinen Zugang zur Kunst. Den zwölf Werken in der Langen Straße 31 liegt zwar der Pinselstrich zugrunde, das Gros wurde jedoch mit dem Spachtel auf die Leinwand gebracht: "Das Grobe, etwas Unpräzise, was die Spachteltechnik mit sich bringt, macht das Bild für mich erst richtig spannend."

    Ein wenig lässt sich der Künstler schließlich doch zu den Portraitierten entlocken, die allgemein oder zumindest Kennern geläufige Persönlichkeiten darstellen. "Jede Person die wir hier sehen, hat etwas mit mir selbst zu tun. Entscheidend war, dass ich einen Bezug zum Dargestellten verspüre. Manchmal hat es auch nicht geklappt, was sich aber erst im Malprozess herausstellte. Bei Max Beckmann beispielsweise, war die Relation nicht stark genug." Dementsprechend klar besteht Wolfgang Gerent auf den subjektiven Anspruch seiner Bilder und hofft, in der Beschäftigung mit den Individuen vielleicht sogar eher verborgene Charakterseiten zwischen den Zeilen entdeckt zu haben. Der Bezug zu seiner philosophischen Tätigkeit zeigt sich offensichtlich in Berühmtheiten wie Schopenhauer oder Nietzsche – weitere wissenschaftliche und literarische Größen sorgen für eine illustre Runde. An dieser Stelle soll allerdings nicht zu viel über die bekannten Gesichter verraten werden. Grund dafür ist der Rätselpart, für den Galerist Martin Gausepohl die Idee hatte: Im Schaukasten, direkt vor den Bildern, geben Figuren und Gegenstände Hinweise auf die Namen und Eigenschaften der Abgebildeten. Nun sollen die Betrachter über die kleinen Hilfestellungen dahinter kommen, wer dargestellt ist – insofern die Person nicht ohnehin bekannt ist. Die Auflösung findet sich schließlich in der Preisliste.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an