Ab wann genau gilt man heutzutage eigentlich als "alt"? Ein bestimmtes Alter wird vor allem nach Zahlen, das heißt nach Lebensjahren bewertet. Tatsache ist, dass sich im Laufe der Zeit Vieles verändert hat. Im Schnitt befindet sich die Jugend unserer Zeit in einer grundsätzlich längeren (Schul-)Ausbildungsphase und steigt entsprechend später ins praktische Berufsleben ein. Für einen Ausgleich sorgt dann schließlich der demografische Wandel. Denn die allgemeine Lebenserwartung der Bevölkerung ist deutlich gestiegen, so dass die Zeit nach dem Berufsleben beständig nach hinten rückt. Aber selbst dann beginnt für Viele noch ein Abschnitt, in dem sie sich sehr aktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen möchten und dies auch tun. Und das zum Teil sogar noch vielseitiger und intensiver als im beruflichen Alltagsleben. Während die junge Generation in erster Linie Bücher wälzt, um später eine sichere berufliche Perspektive zu haben, bilden sich die älteren Leute ausschließlich für sich selbst – aus privatem Interesse – weiter. Dennoch profitiert die ganze Gesellschaft von dieser Wissbegierde. Denn eine gute Mischung aus Neuem und Altbewährtem ist der Motor für eine jede Gesellschaft, ein jedes Unternehmen, kurz: für eine jede Region. Auch die eigene Persönlichkeit wird durch ein Studium nach dem aktiven Berufsleben deutlich gestärkt. Das Gefühl, noch gebraucht zu werden, nützliche Beiträge für die Allgemeinheit liefern zu können, tut jedem Menschen gut, was sich letztlich auch positiv auf die ganze Gesundheit auswirkt – für den Betroffenen selbst, aber auch für das Umfeld. Denn häufig fehlt der Jugend die nötige Gelassenheit, mit der sie Herausforderungen entgegentritt. Genau diese Gelassenheit vermitteln die Älteren, die im Laufe ihres Lebens oft genug die Erfahrung gemacht haben, dass mit Ruhe und Bedacht Vieles besser zu bewältigen ist. Sich nicht unter Druck setzen lassen und Aufgaben locker und offen angehen – dies hat die ältere Generation der Jüngeren weit voraus. Umso wertvoller ist diese Form der Weitergabe, die in der Psychologie als "Generativität" bezeichnet wird. Wichtig ist, dass ein adäquates Spektrum an Angeboten geschaffen wird, das älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein vielseitiges und spannendes Studium ermöglicht. Dass das Interesse daran seitens der Zielgruppe immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist mehrfach belegt. Das offizielle Hauptstadtportal Berlin.de informiert zum Beispiel darüber, dass etwa ein Drittel der deutschen Hochschulen spezielle Programme für Seniorinnen und Senioren anbietet, an vielen anderen Universitäten ist es weiterhin möglich, als Gasthörer an Vorlesungen teilzunehmen. Besonders beliebt sind Geisteswissenschaften wie Germanistik, Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaften. Medizinische Bereiche hingegen sind für Seniorinnen und Senioren eher nicht möglich.
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Bildung im Alter – Senioren lernen
Die eigene Persönlichkeit wird gestärkt und auch die Gesellschaft profitiert
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