Lügde (afk). Ab dem 8. April wird im Heimatmuseum Lügde mit Annegret Glawe-Tödtmann eine Künstlerin ausstellen, die seit nunmehr vier Jahrzehnten mit zahlreichen Ausstellungen in der Region auf sich aufmerksam gemacht hat. Spätestens mit der viel beachteten Märchenausstellung im Heimatmuseum im Dezember und Januar ist die Pyrmonterin auch den Lügdern bekannt: Die gelernte Dekorateurin schuf die Farbzeichnungen zu den Lügder Sagen. Die Aquarelle zierten bis jetzt die Wände dort. 50 ausgewählte Bilder aus ihrem Fundus 40-jährigen kreativen Schaffens werden nun im Heimatmuseum bis zu 8. Mai zu sehen sein.
Nach einer lebensbedrohliche Erkrankung experimentierte Annegret Glawe, deren Bruder Manfred Zeh aus Glesse zahlreiche Wandertafeln rund um Lügde gestaltet hat, ab 1976 zunächst in verschiedenen Techniken, ob in Acryl (in Anlehnung an die Maltechnik des Vaters, der in Öl malte), mit Aquarellfarben, Pastellkreide oder auch mit unterschiedlichen Drucktechniken. Die Motive waren hauptsächlich Tiere, oftmals als Auftragsarbeiten, wenn das geliebte Haustier in seiner Individualität festgehalten wurde. Bei den heimischen Landschaftsbildern überwogen in dieser ersten Dekade eher die dunklen und düsteren Stimmungen. Die zweite Dekade ab 1986, einhergehend mit privaten Veränderungen, ist geprägt von der Pastellkreidetechnik, zu der die Aquarellmalerei hinzukommt. In dieser Zeit entstehen auch viele Großformate. Als Dozentin vermittelt sie die Maltechnik mit Pastellkreide 15 Jahre lang in zahlreichen Kursen an der VHS Hameln-Pyrmont. "Ich habe das als persönlichen Auftrag empfunden", blickt die Künstlerin zurück, die, um ihrer schier unerschöpflichen Kreativität Ausdruck zu verleihen, dann auch mit Ton zu arbeiten beginnt. Auch hier erzielt sie bereits nach kurzer Zeit Erfolge und gibt ihr Wissen als Dozentin in VHS-Kursen weiter. Begleitet wurde das Schaffen durch zahlreiche Ausstellungen in der Region. Ab 1996 stellte Annegret Glawe die Dozententätigkeit ein und konzentrierte sich auf das Malen mit Pastellkreide. Bei den Motiven rückt zunehmend Fischland/Darß in den Mittelpunkt, das mit seiner rauen, stillen und sensible Landschaft bei ihr nach zahlreichen Aufenthalten nachhaltigen Eindruck hinterlässt. "Diese Erfahrungen führten auch zu der Entdeckung der Eule als Lieblingsmotiv", erzählt sie. "Durch eine Sondertechnik werden Steine zu geheimnisvollen Eulen. Diese sind aus frostsicherem Material und entstehen in verschiedenen Größen für Haus und Garten." Seit 2000 hat sie Interessierte zu sich nach Hause in Bad Pyrmont eingeladen und veranstaltete regelmäßig einen "Tag der offenen Tür - Kunst für Haus und Garten", wie sie es nennt. Die heute 69jährige wandte sich in dieser Zeit kleinen und feinen Dingen zu: Das Malen von Miniaturbildern auf Broschen und Kieseln ist ihr neuer Weg. "Zum Teil können diese Werke detailgenau nur mit einer Lupe betrachtet werden", lacht sie. Als bevorzugtes Motiv rückt das schlichte Schneeglöckchen in den Fokus ihres Schaffens – eine Einkehr zur vielfältigen Schlichtheit der Natur. Seit 2010 findet jährlich auch ein "Schneeglöckchen-Fest" im Garten der Künstlerin statt. Dazu lädt sie Freunde und jahrlange Wegbegleiter ein. Diese Ausstellung in Lügde soll nach Annegret Glawe-Tödtmanns Bekunden ihre letzte Ausstellung sein. "Für mich schließt sich damit ein Kreis", sagt sie. Aus den vier Jahrzehnten ihres künstlerischen Schaffens hat sie noch einmal ihre schönsten Werke ausgesucht, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Wir freuen uns sehr darüber, dass sie sich für unser Heimatmuseum entschieden hat", sagt H. Juergen Lessmann vom Heimat- und Museumsverein. Die Ausstellung ist ab dem 9. April (außer mittwochs) täglich während der Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen.
