1. Potentiale richtig nutzen

    Halbjahresbilanz Ausbildungsmarkt der Agentur für Arbeit

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    Detmold / Kreis Lippe (pr). Zur Mitte des Ausbildungsjahres stellte die Agentur für Arbeit in Detmold jetzt ihre Halbjahresbilanz vor. Die Erkenntnisse aus der Analyse, die jedes Jahr Ende März vorgelegt wird: Duale Ausbildungen sind nach wie vor durch Bewerber stark nachgefragt. So stark, dass nicht jeder gemeldete Bewerber mit seinem Schulabschluss in ein klassisches Ausbildungsverhältnis übergehen kann. Jedoch entwickeln sich zunehmend neue Lösungen wie die Assistierte Ausbildung (AsA), in der potentielle Ausbildungsbetriebe gemeinsam mit dem Bewerber individuell auf eine Zusammenarbeit vorbereitet werden. Die in mehrere Phasen gegliederte Maßnahme stellte Laura Krüger, Teamleitung der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit Detmold, mit Agenturleiter Heinz Thiele auf einer Pressekonferenz vor. Im Sommer 2015 eingeführt, konzentriert sich die AsA in ihrer Förderung auf lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen und begleitet den Bewerber von der Ausbildungssuche an durch den Ausbildungsprozess bis hin zum Abschluss.

    Derzeit befinde sich das Bewerberfeld in einem Umbruch, wie Laura Krüger erläuterte: "Das Streben tendiert immer mehr zu höheren Schulabschlüssen. Die größte Gruppe der gemeldeten Schulabsolventen sind aktuell die Realschüler mit rund 40 Prozent, der Trend geht allerdings auch zur fachgebundenen oder sogar allgemeinen Hochschulreife." Jeweils 17 Prozent der Bewerber verfügen über diese Abschlüsse, was zusammen nur knapp hinter der Fachoberschulreife zurück liege. Aus dem Kreis Lippe liegen zum Halbjahr 2957 Gesuchsmeldungen für Ausbildungsplätze vor, gegenwärtig sind rund 1600 Bewerber noch unversorgt. "Kein Grund zur Panik", klärt Leiter Heinz Thiele auf. "Wir befinden uns mitten im Prozess, es sind hier noch deutliche Veränderungen bis zum Ende des Ausbildungsjahres im September zu erwarten". Allerdings spricht das Verhältnis von Ausbildungssuchenden zu tatäschlichen Ausbildungsplätzen für sich. Auf einen Bewerber kommen im Pool der offenen Stellen 0,59 Ausbildungsplätze. In realen Zahlen heißt dies, dass die noch unversorgten 1595 Schulabgänger in Lippe 864 gemeldeten offenen Plätzen für duale Ausbildung gegenüberstehen. Der Konflikt liegt zudem in der Interessenlage: "Die Top 10 Ausbildungsberufe bleiben nahezu unverändert – das Ausbildungplatzsangebot bleibt allerdings maximal auf dem Vorjahresniveau, sodass sich die Interessen der jungen Menschen nicht mit der Lage auf dem Markt deckt", stellte Krüger heraus. Das Versorgungsproblem bliebe so trotz rückläufiger Absolventenzahlen noch einige Jahre bestehen. Besonderen Andrang erfahren die Berufsgruppen um Unternehmensorganisation und -strategie sowie Arzt- und Praxishilfe, während Versicherungs- und Finanzdienstleistungen sowie Handel und Verkauf mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber hinnehmen müssen. BUZ

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