Kreis Lippe. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Monat März leicht gesunken. Dieser Trend ist nach Ansicht der Experten nicht nur auf die alljährlich wiederkehrende Frühjahrsbelebung in einigen Handwerks- und Industiebetrieben zurückzuführen, sondern auch ein Signal für die anhaltend stabile Konjunktur. Aktuell sind nach statistischen Auswertungen 13.194 Menschen in Lippe ohne Arbeit. Damit liegt die derzeitige Quote im Kreis Lippe bei 7,3 Prozent. Während ein Vergleich zum Vormonat wenig aussagekräftig ist, bestätigt der Vergleich zum Vorjahresmonat den erfreulichen Trend. Gegenüber März 2015 verzeichnet die Detmolder Arbeitsagentur derzeit 389 (2,9 Prozent) weniger Arbeitslose Männer und Frauen.
"Eine leichte Frühjahrsbelebung macht sich bereits jetzt auf dem lippischen Arbeitsmarkt bemerkbar", bilanziert Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur. "Die Detmolder Arbeitsagentur geht davon aus, dass sich diese Belebung im April und Mai fortsetzt, und weitere maßgebliche Entlastungswirkungen auf dem heimischen Markt greifen. " Im März meldeten sich im Kreis Lippe 2.062 Personen neu oder wieder arbeitslos; 2.361 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat März aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich) liegt die Arbeitslosigkeit im März bei 3.771, das sind 293 Personen weniger als im Vormonat und 370 weniger als im Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gab es im März 9.4253 Arbeitslose. Das ist ein Plus von sechs Personen gegenüber Februar. Im Vergleich zum März 2015 sind es 19 Arbeitslose weniger. Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) sank im Vergleich zum Vormonat minimal, und zwar um 33 oder 2,3 Prozent auf 1.413. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,0 Prozent (Vormonat: 7,1 Prozent). Auch bei den Älteren (über 50 Jahre) kam es zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl im März gegenüber Februar. Die Zahl reduzierte sich um 74 auf 4.011 Arbeitslose. Hier liegt die Arbeitslosenquote bei 6,6 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging im März ebenfalls leicht um 43 oder 0,8 Prozent auf 5.628 zurück. Aktuell sind 2.711 ausländische Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen, zwei mehr als im Vormonat. Arbeitgeber in Lippe meldeten im März 588 neue Arbeitsstellen, das waren 45 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 1.824 Arbeitskräfte neu nachgefragt, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 273 oder 18 Prozent. Diese Entwicklung ist ein Zeichen für einen robusten und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Am Monatsende waren 1.597 Stellen zur Besetzung offen. Die meisten Arbeitskräfte werden aktuell im Bereich Produktion und Fertigung (671 Stellen) und im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (274) nachgefragt. Aber auch aus dem Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (161) liegen zahlreiche Stellenangebote vor. Die geringste Arbeitslosenquote innerhalb des Kreisgebietes verzeichnet einmal mehr die Geschäftsstelle Lemgo mit 5,7 Prozent). Es Folgen die Geschäftsstellen Blomberg (6,8 Prozent) und Bad Salzuflen (7,4 Prozent) sowie Hauptagentur in Detmold (8,2 Prozent). Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit damit in Bad Salzuflen, wo der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent fiel. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Lemgo mit einer geringfügigen Abnahme von einem Prozent. Bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe waren im März 2016 insgesamt 70.287 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.099 oder 1,5 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Arbeitslosigkeit jetzt um 2.530 Personen oder 3,5 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote in OWL ging im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozent auf 6,5 Prozent zurück. Im März 2015 waren es 6,8 Prozent. In drei der vier OWL-Arbeitsagenturen ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat relativ deutlich zurück. In der Agentur für Arbeit Herford war ein Rückgang um 2,2 Prozent zu beobachten, in Detmold um 2,1 Prozent und im Agenturbezirk Bielefeld um 1,7 Prozent. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Paderborn war dagegen ein Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen. Hier verhinderte ein deutlicher Anstieg der Ausländerarbeitslosigkeit (plus 10 Prozent) die sonst übliche saisonale Entlastung. Gegenüber März 2015 lag die Arbeitslosigkeit in allen vier OWL-Agenturen unter dem Vorjahreswert. Herford verzeichnete ein Minus von 3,7 Prozent, Bielefeld ein Minus von 3,6 Prozent, Paderborn erreichte minus 3,5 Prozent und Detmold minus 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die günstigste Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen weist im März erneut der Agenturbezirk Paderborn mit 5,8 Prozent auf. Es folgen Herford mit 5,9 Prozent, Bielefeld mit 7,1 Prozent und Lippe mit 7,3 Prozent. Den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe wurden im März insgesamt 5.433 Stellen neu gemeldet (Vorjahr 4.802). Bei insgesamt 16.075 offenen Stellen laufen die Vermittlungstätigkeiten in den Arbeitsagenturen und Jobcentern bereits (Vorjahr: 12.759). Diese Stellen gelten derzeit als unbesetzt.
