1. Vorläufiges Ende einer Notunterkunft

    Anne-Frank-Schule wird nach Umbau zu regulärer Unterkunft für Asylbewerber

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    Lemgo (nr). Zum Ende des Monats schließt die Stadt Lemgo die Notunterkunft in der Menkestraße. Die letzten Flüchtlinge sind dort bereits in der vergangenen Woche umgezogen. Nach einem Umbau soll das alte Gebäude der Anne-Frank-Schule jedoch als reguläre Unterkunft für Asylbewerber genutzt werden. Nachdem sich die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes NRW entspannt hat, können die Notunterkünfte in Lemgo aufgelöst werden. Bereits vor sechs Wochen wurde für die männlichen Flüchtlinge, die in der Turnhalle in Hörstmar untergekommen waren, eine neue Bleibe gefunden. "Die Räumlichkeiten in Hörstmar bleiben aber Reserveunterkunft für den Fall, dass Lemgo wieder kurzfristig reagieren muss", erklärte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann in einem Pressegespräch in der vergangenen Woche. Kürzlich konnten auch die 69 Flüchtlinge die Räumlichkeiten in der Menkestraße verlassen. Nach dem Umbau soll die Anne-Frank-Schule rund 100 reguläre Asylbewerber aufnehmen können. Um die Selbstversorgung dieser Menschen sicher zu stellen, müssen nun Küchenräume geschaffen werden. Während der bisherigen Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung zeichnete sich die Stiftung Eben-Ezer für die Verpflegung verantwortlich. Maximilian Nitschmann vom DRK lobte die Stiftung besonders für die große Flexibilität: "Es ist nicht selbstverständlich, dass innerhalb weniger Stunden 50 Mittagessen mehr bereit gestellt werden konnten, wenn kurzfristige Zuweisungen angekündigt worden sind." Grundsätzlich sei die Kommunikation der verschiedenen Hilfseinrichtungen in Lemgo sehr gut gewesen. Bis zu Neubelegung der Anne-Frank-Schule mit regulär zugewiesenen Asylbewerbern könne die Alte Hansestadt Lemgo eine positive Bilanz in den Erstaufnahmeeinrichtungen vorweisen, wie Austermann formulierte. Im August 2015 musste Lemgo innerhalb von 72 Stunden für 150 Menschen Unterkünfte schaffen, weil die Ersteinrichtungen des Landes NRW an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt waren. "Wir wussten nicht, was auf uns zukommen würde", erinnerte sich Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. "Die Strukturen für Notsituationen waren bereits geschaffen, so dass der Krisenstab ausnehmend gut agieren konnte." Zu Beginn halfen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Reservisten und die Ehrenamtler des DRK, bis die Rotkreuzler die Leitung mit Hauptamtlichen besetzen konnte. Zwei von ihnen, Sandra Sommer und Yannic Winter vom Sozialdienst des DRK haben die letzten Bewohner der Notunterkunft verabschiedet. Der Abschied fiel recht tränenreich aus, wie beide erzählten, immerhin hatten sich beide über ein halbes Jahr nicht nur um die Organisation vor Ort, sondern sich auch um pädagogische Angebote und um persönliche Belange der Bewohner gekümmert. Rund 600 Flüchtlinge hätten von August 2015 bis jetzt die Einrichtungen durchlaufen. Es waren überwiegend Syrer, Iraker, Kosovaren, und Sudaner. Für beide Unterkünfte waren 21 hauptamtliche Mitarbeiter des DRK beschäftigt. Frank Laukamp, Geschäftsbereichsleiter Verwaltung und Bürgerservice sprach auf der Pressekonferenz von Kosten, die monatlich zwischen 150.000 und 200.000 Euro gelegen hätten. Gelder, die die Stadt aber noch vom Land NRW erstattet bekommt.

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