Bad Salzuflen (la). Am Sonntag, 3. April setzt sich um 16.30 Uhr die Reihe "Musik für Spaziergänger" in der Kirche zu Bergkirchen fort. Zu Gast ist der international bekannte Wiener Professor für Violine Thomas Christian und die Pianistin Cornelia Weiß.
Vom Wiener Konzertmeister des Hofopernorchesters und Violinsolist der Hofmusikkapelle Joseph Mayseder ist die Variations Brillantes E-Dur op. 40 zu hören. Die im 1. Wiener Bezirk gelegene Maysedergasse erinnert heute noch den Besucher an den liebevoll auch "Wiener Paganini" genannten Geiger dieser Stadt. Die Variations Brillantes sind Paganini gewidmet, der seinerseits Mayseders Spiel bewunderte. Als der 21-jährige jüdische Komponist Erich Wolfgang Korngold vom Wiener Burgtheater 1918 den Auftrag zur Komposition einer Schauspielmusik zu Shakespeares "Viel Lärm um nichts" erhält, gilt er bereits als außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit. Mit seiner der Tonalität verpflichteten Tonsprache und raffinierten Instrumentierung zählte Korngold in den 20er Jahren zu den meistgespielten Opernkomponisten im deutschsprachigen Raum. Vier Stücke aus der Musik zu Shakespeares "Viel Lärm um nichts" op. 11 stehen auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Wiener Programms steht die Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D 934 von Franz Schubert. Franz Schubert wurde zu dieser Komposition durch den jungen böhmischen Geiger Josef Slavik angeregt. "Seit Paganini habe ich niemanden Besseren als ihn gehört", notierte Chopin, nachdem er Slavik 1830 in Wien begegnet war. Mit der C-Dur Fantasie distanziert sich Schubert von aller bloß virtuos modischen Salonmusik seiner Zeit. Am Schluss des Konzertes steht der Rosenkavalier-Walzer von Richard Strauss. Der überwältigende Erfolg von Richard Strauss Oper "Der Rosenkavalier" hatte schon bald nach der Uraufführung in allen Kulturmetropolen Europas zu einer Welle der Begeisterung geführt. Musikalische Höhepunkte dieser "wienerischen Maskerade" sind vor allem die gefälligen Walzer, die – anachronistisch genug – die Atmosphäre im Wien des 18. Jahrhunderts zur Zeit Maria Theresias zum Klingen bringen. Der aus Südböhmen stammende Geiger Vása Prihoda nahm den "Rosenkavalier-Walzer" 1928 als eigenes Arrangement in sein Repertoire auf. Thomas Christian wurde 1951 in Linz geboren und lebt in Wien. Er studierte beim New Yorker Violinpädagogen Theodore Pashkus und bei Jascha Heifetz in Los Angeles. Mit 19 Jahren debüierte er mit dem ersten Violinkonzert in D-Dur von Paganini in der New Yorker Carnegie Hall. Seither konzertiert er in fast allen Ländern Europas, den Vereinigten Staaten und Asien. Thomas Christian gründete das Wiener Streichquintett, das viele Jahre in Europa, Südamerika und Japan konzertierte. Heute leitet er das Thomas Christian Ensemble in unterschiedlichen Besetzungen. Er lehrt an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien und seit 1999 an der Hochschule für Musik in Detmold. Cornelia Weiß gastiert als Kammermusikerin und Liedpianistin regelmäßig bei verschiedenen Konzertreihen und zahlreichen Festivals. Ihre rege Konzerttätigkeit führte sie bisher nach Österreich, Italien, Ungarn, Tschechien und in die Schweiz. Sie erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Bereits während der Schulzeit wurde sie von Prof. Erich Appel betreut, bevor sie nach dem Abitur ihr Studium an der Musikhochschule Mannheim begann und an der Hochschule für Musik in Detmold bei Prof. Alfredo Perl fortsetzte, wo sie ihr solistisches Masterstudium mit Auszeichnung abschloss. Seit 2012 unterrichtet Cornelia Weiß als Lehrbeauftragte an der Musikhochschule Detmold und betreut eine eigene Klavierklasse in Kronberg im Taunus. Karten zum Preis von 10 Euro (ohne Platzreservierung) gibt es ab 15 Uhr an der Tageskasse. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus. Weitere Informationen sind im Internet auf der Homepage "www.bergkirchen.net" erhältlich.