1. Erinnerungen werden gesichert

    Stolpersteine in der Mittelstraße warten auf Neuverlegung

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    Lemgo (nr). Die Stolpersteine sind Mahnmale an eine der dunkelsten Zeiten der Stadt. Vor den letzten bekannten Wohnsitzen der jüdischen Lemgoer, erinnern sie an deren Bewohner – Opfer des Naziregimes. Im Zuge des Mittelstraßen-Umbaus werden die Stolpersteine gesichert und verwahrt, bis sie im neuen Pflaster wieder eingelassen werden können.

    Im neu gelegten Granitpflaster sollen die kleinen Pflastersteine mit der goldfarbenen Metallplatte besser zu sehen sein. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann: "Die Stolpersteine haben für Lemgo eine wichtige Bedeutung. Sie erinnern an das jüdische Leben in der Stadt und an die NS-Verbrechen." Gerade in Zeiten von Pegida und AfD sei das ein wichtiges Signal. Die ersten drei Steine an der Mittelstraße 114 und 115 erinnern an Lotte Arensberg (deportiert ins Ghetto Warschau), Paula Hochfeld (1942 deportiert ins Ghetto Warschau) und Paula Juchenheim (1941 deportiert ins Ghetto Riga). Die neue Verlegung der Steine des Künstlers Gunter Demnig obliegt der Stadt, wenngleich Demnig sich vorbehält, noch selbst Hand anzulegen. 2009 wurden die ersten der 51 Steine in Lemgo verlegt, 4 davon in der Mittelstraße. Demnig, der mittlerweile über 30.000 Stolpersteine in Europa gefertigt und verlegt hat, will den Menschen, die sich hinter den großen Zahlen der Deportierten und Ermordeten verbergen, ihre Namen wiedergeben und an die Gräueltaten erinnern, die an ihnen begangen worden sind. "Die Angehörigen von Paula Hochfeld leben in Israel und Südafrika", so Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn, Vorsitzende des Kulturausschusses. "Einige waren von der Idee der Stolpersteine nicht begeistert, aber inzwischen sind sie alle sehr froh über die Verlegung." Im neuen, größerformatigen Granitpflaster werden die Stolpersteine an geeigneten Stellen passend eingefügt, wie Bauleiter Klaus Hagemeier erklärte. Dass die goldfarbenen Steine mit den persönlichen Daten der Opfer des Naziregimes nach der erneuten Verlegung auch weiterhin gepflegt werden und gut sichtbar bleiben, dafür sorgt die Jugendfeuerwehr aus Lemgo mit ihren halbjährlichen Reinigungsaktionen.

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