1. Eine Leiche geht auf Reisen

    Musical-Aufführung überzeugt mit viel schwarzem Humor und bunter Kulisse

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    WUNSTORF (mk). Das Leben und der Alltag plätschern so vor sich hin, alles geht seinen Gang, doch dann verändert der Inhalt eines Telegramms das ganze Leben. Zunächst sieht alles nach einem großen Glücksfall aus, aber die Sache hat einen Haken – was würden Sei tun? Dieser Frage ging das Ensemble des Theater für Niedersachen auf Einladung des Kulturring Wunstorf in ihrem Stück "Tot, aber glücklich – Lucky Stiff" auf den Grund.

    Ähnliches passiert dem biederen Schuhverkäufer Harry Witherspoon, der in einem tristen Vorort Londons lebt. Eines Tages erhält er ein Telegramm von einem Notar. Dieser eröffnet ihn im Rahmen eines persönliches Gespräches, dass Harrys unbekannter amerikanischer Onkel verstorben ist und ihm sechs Millionen Dollar hinterlässt. Da strahlt Harry noch und seine Gedanken kreisen um die Dinge, die er damit machen könnte. Allerdings gilt es noch eine kleine Aufgabe zu erfüllen, bevor Harry das Erbe antreten kann, wie ihm der Notar deutlich macht. Als dessen Assistentin den toten Onkel Tony in einem Rollstuhl hereinbringt, steht dem bis dato glücklichen Erbe der Schreck ins Gesicht geschrieben. Die Forderung des toten Onkel: Harry soll mit seiner einbalsamierten Leiche nach Monte Carlo fahren, ein langersehnter Wunsch des Toten. Einmal an der Côte d’Azur entlang und weitere Programmpunkte hatte Tony in seinem mündlichen Testament aufgeführt. Abschlagen will Harry das Erbe auf keinen Fall, denn dann würde das Geld an ein Hundeasyl in Brooklyn gehen – und Harry hasst Hunde. Uns so beginnt für ihn und seinen Onkel eine turbulente Reise mit vielen Hindernissen und unerwünschten Begegnungen, denn auch andere sind hinter Tonys Erbe her. Darunter einige merkwürdige Gestalten. Die eingehenden Gesangstexte von Lynn Ahrens überzeugten durch ihre Klarheit, ihren Humor und Sarkasmus. Die Musik von Stephen Flaherty ging sofort ins Ohr und ließ so manch Bein mitwippen. Für die Zuschauer im fast ausverkauften Stadttheater verging die Zeit wie im Flug – immer war Bewegung auf der Bühne, immer gab es etwas zu entdecken in der detailreich und bunt gestalteten Kulisse. Und ständig gab es neue Wendungen im Erbschaftsstreit. Ein gelungener und unterhaltsamer Theaterabend. Foto: mk

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