Blomberg (la). In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde mit dem Konzept zur Neustellung des Friedhofswesens in der Großgemeinde ein emotionales und komplexes Themenfeld erörtert. Nicht zuletzt die Option einer auslaufenden Stilllegung von vier der elf Friedhöfe (Brüntrup, Wellentrup, Höntrup und Dalborn) bestimmte die Debatte. Zahlreiche Betroffene hatten vorab Kritik an dem Konzept geäußert und wohnten der Sitzung bei.
Zur Einleitung fasste Bürgermeister Klaus Geise noch einmal die Sachaspekte und Gesichtspunkte der Verwaltung zusammen, die zum Vorschlag der grundsätzlichen Neuaufstellung geführt hatten. Von den insgesamt zirka 100.000 Quadratmetern Friedhofsfläche haben nur 14 Prozent eine direkte Grabnutzung; 86 Prozent der Fläche sind Grünland oder Wege. Die vier in Frage stehenden Friedhöfe decken lediglich 7,5 Prozent der Bestattungen in der Großgemeinde ab. 92,5 Prozent der Bestattungen sind auf den übrigen sieben Friedhöfen. Die berechtigten Ansprüche der Menschen an einen gut gepflegten und optisch schönen Friedhof lassen sich ohne Auswirkungen auf den Gebührenhaushalt nur sehr schwer realisieren. Dennoch ist Gebührenstabilität und die Entlastung des Steuerzahlers anzustreben. Die Bestattungskultur unterliegt Veränderungen: Die Menschen wünschen sich mehrheitlich Formen von pflegeleichten und preiswerten Bestattungen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung zu dem Tagesordnungspunkt wurde mit einem Änderungsantrag modifiziert. Der Hauptausschuss votierte mehrheitlich für den folgenden Tendenz- bzw. Grundsatzbeschluss: Das von der Verwaltung vorgestellte Konzept zur Neuaufstellung wird zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, die sich aus dem Konzept ergebenden einzelnen Maßnahmen anzustreben. Dies beinhalte ausdrücklich die Option, im Einvernehmen mit den Dorfgemeinschaften alternative Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, die der allgemeinen Zielsetzung des Konzeptes entsprechen (Beispiel: Übernahme laufender Unterhaltungsaufwendungen durch Dorfgemeinschaft oder eingetragene Vereine. Auf dieser Beschlusslage wird die Verwaltung nun in den kommenden Wochen und Monaten in konstruktive und zielführende Gespräche mit den betroffenen Dorfgemeinschaften eintreten. Der Bürgermeister abschließend: "Wir beschreiten nun einen anspruchsvollen Weg, um die Wünsche nach einem Erhalt aller Friedhöfe zu kombinieren mit den Zielsetzungen des aufgestellten Friedhofskonzeptes und den damit verbundenen Wünschen nach Gebührenstabilität sowie preiswerten, alternativen Bestattungsformen."