Detmold (gh). Das LWL-Freilichtmuseum Detmold startet am 25. März, Karfreitag, in die neue Saison. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Kulturgeschichte des sogenannten "stillen Örtchens" und unter dem Motto "Scheiße sagt man nicht" werden in der historischen Ausstellungsscheune jede Menge Informationen, Exponate und Dinge zu diesem doch recht ungewöhnlichem Ausstellungs-Thema gezeigt und man kommt schnell ins Schmunzeln. Die Sonderausstellung zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Toilette bietet vielfältige Aspekte und ein großes Spektrum zu dem Thema, was man gar nicht vermuten würde. Außerdem ist dazu die historische Scheune entsprechend umgestaltet worden.
Wenn man bedenkt, dass gut ein Drittel der Weltbevölkerung keine Toilette hat, oder keinen direkten Zugang zu einer, machen die Exponate deutlich, in welchem Luxus wir eigentlich leben und auch früher schon – mehr oder weniger – gelebt haben. Aus dem Plumpsklo ist über die Jahre eine moderne Toilettenspülanlage geworden und auch die unangenehmen, öffentlichen Toiletten sind längst viel besser geworden. Aber wie war das früher? Einige Graffitis erzählen witzige Geschichten, und das regt zum Überlegen und zur Erinnerung an. Denn ein jeder kennt seine eigenen Erlebnisse dazu, sei es aus der Schulzeit, von den Großeltern oder vom Urlaub. Rabea Köjer (Ausstellungsgestalterin vom Team BOK+Gärtner/DBCO) hat mit viel Liebe zum Detail und unendlicher Phantasie Toiletten-Graffitis gemalt. "Das Krokodil, vom Großstadtmythos ‚Krokodil im Kanal’ ist mein Lieblingsbild", sagt sie stolz. Und wie kommt das "Herzchen" in die Tür und woher stammt der Spruch "sein Geschäft machen"? – auch darauf gibt die Sonderausstellung Antworten. Für Kinder gibt es viele Geländestationen rund um das Thema, was viel Spaß verspricht und neugierig macht. Wie war das früher, so ohne Strom und ohne Wasserspülung? LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen erzählte im Pressegespräch: "Uns ist zuerst gar nicht so bewusst gewesen, dass im ganzen Museum, in den meisten Häusern, insgesamt 65 Nachttöpfe stehen, das ist sehr beachtlich." Er fügte hinzu: "Wir wollen nicht nur ausstellen, wir möchten auch Denkanstöße geben zu früher, heute und für die Zukunft und das gerade auch im Hinblick auf die Wasser-Ressourcen. Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale ist durch Zufall auf dieses "Tabu-Thema" gekommen und erst beim Planen und Organisieren hat sich die unglaubliche Vielfältigkeit immer mehr entwickelt. Janina Raub vom Projektteam freut sich darüberhinaus auch schon auf das nächste tolle Projekt mit dem Titel "Museumsschläfer". Es startet im Mai und richtet sich an Schulklassen, die im Freilichtmuseum übernachten können. Auch eintrittsfreie Tage gibt es in dieser Saison: Am 22. eines Monats kommt man umsonst ins Museum. Einzige Ausnahme: Da der 22. August ein Montag ist, ist in dem Fall der 23. August eintrittsfrei. Informationen zu weiteren Programmpunkten des Jahres bekommt man auf der Webseite "www.lwl.org" und im Vorfeld in "Lippe aktuell".
