1. Postkarten zu Umweltthemen

    Kleine Alltagsheldengeschichten als Zeichen – Umweltschutz mit Humor

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    Lemgo (nr). Unzählige kleine Schritte vermögen Großes zu bewegen: Lemgos Klimaschutzbeauftragte Regine Thamm-Wind und der Lemgoer Illustrator Andi Wolff haben Humor als Medium zur Umweltbildung entdeckt. Entstanden ist dabei eine humorige Postkartenserie, deren Klimaschutzbotschaften mal nicht mit dem erhobenen Zeigefinger belehren wollen. Ob der Verkehrsstau vor der naheliegenden Bäckerei nicht doch überflüssig ist oder ob der Eisbär im heimischen Wohnzimmer wohl eine neue Bleibe findet – die Aussage ist versteckt offensichtlich und mit einer Portion Humor gewürzt. "Humor kann viele Türen öffnen", erklärt Regine Thamm-Wind den Hintergrundgedanken ihrer Idee zu der Postkartenserie. "Den erhobenen Zeigefinger samt Belehrungen mag doch niemand. Es ist eher so, dass die Motive uns allen den Spiegel mit einem Lächeln vorhalten." Sechs unterschiedliche Motive aus der Feder des Lemgoer Grafikers und Illustrators Andi Wolff sind so entstanden. Dabei greifen sie erst einmal nur solche Umweltschutzgedanken auf, die wirklich jeder in seinem eigenen Umfeld verändern könnte: häufiger mal auf das Auto verzichten oder Fahrgemeinschaften bilden, regionale Produkte wählen, Stand-by-Modi vermeiden oder auch mal den Fleischkonsum etwas einschränken. Klimaschutz hausgemacht also. Andi Wolff, der schon die Fahrradaktion "Ich fahre Fahrrad, weil..." illustriert hat, musste nicht lange gebeten werden, die Aktion zu unterstützen. Für ihn ist die Botschaft wichtig. "Die Nutzung der Karten ist ein Statement. Ohne zu belehren, lassen die Aussagen genug Spielraum, sich eine eigene Meinung zu bilden", betont er. "Gleichzeitig ist es eine Gratwanderung; ein Versuch, über Humor den ein oder anderen mehr zu erreichen." Der Diplom Grafiker nutzt dieses Medium seit langem, um für bestimmte Themen zu sensibilisieren: Zeichnungen gegen Atomkraft, Rassismus oder auch nur klare Statements in Schulbüchern oder auf Plakaten – es sind immer Zeichnungen als Zeichen. Es sei ein langwieriger Prozess und es brauche viele Impulse zum Umdenken. Ob man genug Menschen in Lemgo erreichen kann? "Man kann", sagt Regine Thamm-Wind. "Es ist nicht augenscheinlich messbar. Die Lemgoer sind Umweltthemen gegenüber sehr aufgeschlossen. So werden hier zum Beispiel 17 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. In vielen Kommunen liegen die Zahlen nur bei 10 bis 12 Prozent. Aber besser geht immer." So bräuchten Umweltthemen einfach mehr Zeit, neben dem großen Konsum im Wirtschaftswunder einen Weg in die Köpfe der Menschen zu finden. Die Auflage von rund 1.000 Karten ist exklusiv nur in Lemgo erhältlich. Die kostenlosen Motivkarten liegen dabei an 20 verschiedenen Standorten in städtischen Gebäuden oder auch in der Lemgoer Gastronomie aus. Regine Thamm-Wind und Andi Wolff hoffen, dass sich möglichst viele Lemgoer nicht nur die Karten ansehen oder verschicken, sondern sie auch als Anlass nehmen, umzudenken. "Veränderungen fangen doch immer unscheinbar an. Es geht um diesen einen Moment, wenn man sich entscheidet etwas zu verändern – auch wenn es eben erst nur kleine Dinge sind", ist Regine Thamm-Wind überzeugt (siehe hierzu auch den Artikel auf Seite 11).

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