1. "Medicum" bereichert Lemgo

    Vernetztes Facharztzentrum auf 5.400 Quadratmetern

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    Lemgo(nr). An der Rintelner Straße ist Einiges in Bewegung: Nach dem Umzug des Kreisseniorenheims an seinen neuen Standort beziehen Fachärzte mit ihren Praxen nach und nach das im November 2015 errichtete "Medicum" der Klinikum Lippe GmbH. Dr. Helmut Middeke, medizinischer Geschäftsführer des Klinikums, präsentierte den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses Anfang der Woche Potenziale des Konzepts "Strategie 2025", die das Klinikum durch den Umbau in den kommenden Jahren nutzen kann.

    Das Medicum am Klinikum Lemgo stellt 15 Mieteinheiten für Facharztpraxen und Gesundheitswesen bereit. Neben dem Klinikum, der Rettungswache und dem Kreisseniorenheim soll auch das Medicum als Synergieträger eine weitere wichtige Rolle in der Vernetzung des Gesundheitswesens spielen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des sich ausweitenden Fachärztemangels, wollen Planer, Investoren und Leitung mit flexiblen, familienfreundlichen Arbeitsmöglichkeiten vermehrt Anreize für Facharztpraxen geben. "Das Medicum soll dabei keine Versorgungsinsel werden", betonte Internist Dr. Ludger Böhlen, "sondern die freie Arztwahl der Patienten zu jeder Zeit akzeptieren und gleichzeitig ständigen Kontakt zu der ansässigen Ärzteschaft haben." Bereits im vergangenen Jahr sind eine Apotheke und das Gesundheitsamt Lippe in das neue Gebäude eingezogen, dazu das Dialysezentrum. Im ersten Obergeschoss sollen großzügig bemessene Praxisräume für Fachärzte sowohl Vor- und Nachsorge, als auch akute Behandlungen an einem Ort gewährleisten. Ein weiterer Neubau steht dem Lemgoer Klinikum noch bevor: Geplant ist ein so genannter "Intensiv-Cube", ein nach seiner Form benannter Anbau für Intensivversorgung. Dr. Helmut Middeke ist sich sicher, dass der Gesundheitscampus Lemgo neue, vernünftige Strukturen in der Gesundheitsversorgung aufzubauen vermag. "Bereits jetzt haben wir im Klinikum keinen Fachärztemangel mehr zu beklagen", erklärte er. "Mit gut funktionierenden, vernetzten Strukturen innerhalb des Gesundheitswesens und flexibel zu gestaltenden Arbeitszeiten, wollen wir dafür Sorge tragen, noch mehr Fachärzte nach Lemgo zu holen." Mit dem Medicum ziehe der Standort Lemgo zukünftig wahrscheinlich noch mehr Patienten aus den umliegenden Kommunen wie Rinteln oder Bad Pyrmont an, zudem sich im ländlichen Raum nördlich der Alten Hansestadt die Versorgungssituation nicht gerade bessere. "Die Entscheidung für eine Zwei-Standort-Strategie ist eine ganz bewusste. In Detmold wie Lemgo wollen wir die Grundversorgung garantieren. Zusätzlich befinden sich die einzelnen Fachbereiche an jeweils einem Standort." Dass beispielsweise die Verlegung der Handchirurgie nach Detmold eine sinnvolle Maßnahme darstellt, zeige das Patientenaufkommen der vergangenen Monate, welches laut Middeke "in Lemgo bei weitem nicht zu schaffen" gewesen wäre. Insgesamt ginge es der Klinikum Lippe GmbH gut, lies Dr. Middeke weiter verlauten, Investitionen müssten jedoch fortlaufend getätigt werden.

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