Lemgo (pro). Ein festgelegtes Format muss der künstlerischen Kreativität keine Grenzen setzen - damit war sich Kuratorin Charlotte Perrin ziemlich schnell sicher. "Meine Freunde, von denen die ausgestellten Werke stammen, hatten in der Gestaltung ihres Beitrags vollkommene inhaltliche Freiheit - wie auch in der Wahl des Materials", beschreibt die Stipendiatin für Junge Kunst der Alten Hansestadt Lemgo und der Staff Stiftung ihr Projekt.
Erst kürzlich hat die Studentin eine eigene Ausstellung im Eichenmüllerhaus eröffnet. Auf der noch freien Fläche im Fachmarktzentrum am Bruchweg hat sie jetzt die Ausstellung "Konform" organisiert, die noch bis Sonntag geöffnet ist. Über den Kontakt mit Annette Paschke-Lehmann, Bereichsleiterin Kultur in der Stadtverwaltung, fand man in Zusammenarbeit mit Lemgo Marketing die noch freie Ladenfläche als Ausstellungsort. Lars Esser-Carius, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft Amandla International GmbH, gab schließlich grünes Licht für die Nutzung. "Eine eigene Ausstellung, wie im Eichenmüllerhaus, ist eine Sache - auf dieser Fläche die Kunst aus meinem kreativen Umfeld zu arrangieren, ist etwas völlig anderes: Die Beiträge sind fertig, ich bearbeite sie nicht jetzt noch nachträglich", lässt Perrin ihren persönlichen Ehrgeiz durchklingen und ist andererseits froh über ihre Rolle im Projekt. Das Format DIN A4, in der Größe recht beschränkt, hat sich in der Entwicklung ergeben. "Viele Künstler leben weit entfernt, da war es klar, dass sie nicht selbst vorbeikommen können - beispielsweise aus Los Angeles oder Paris. Mit der Vorlage DIN A4 blieben die Transportkosten per Post tragbar." Das Ergebnis ist eine breite Palette von Motiven, Materialien und Techniken. So steuert der Dresdener Jonas Lewek gesammelte E-Mail-Verläufe mit Anbietern von personalisierter Massenwerbung bei, auf die er konsequent antwortet und gelegentlich eine Erwiderung erhält. In sein schöpferisches Universum nimmt die Besucher Magnus Sönning aus Halle mit - ein wild gefächertes Skizzenheft illustriert die Gedanken des Künstlers. Ein Highlight ist zudem ein Animationsfilm aus 500 Zeichnungen, die auch vor Ort ausliegen. Insgesamt ist Charlotte Perrin zufrieden mit ihrer Gruppenausstellung: "Es war eine Herausforderung zu sehen, ob eine Ausstellung unter diesem Motto funktionieren kann. Und wir sehen: Sie kann! Künstler von Ende 20 bis Ende 30 haben bereits Fertiges sowie Neues zu einer harmonischen Gesamtheit beigetragen." Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. März, ist die Ausstellung im Fachmarktzentrum Alte Post von 14 bis 18 Uhr zugänglich und freut sich über jeden Besucher. Der Eintritt ist frei.
